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Schwerlastverkehr auf der A7 : Rader Hochbrücke dicht: Windräder nehmen Fähre

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Eine Fähre bringt seit dieser Woche Teile für Windkraftanlagen von Esbjerg nach Bremerhaven. Die Sperrung der Rader Hochbrücke macht die Dänen erfinderisch.

Röm/Esbjerg | Eine Fährlinie von dem Hafen auf Röm, Havneby, über die Nordsee nach Niedersachsen könnte Speditionen in die Lage versetzen, das Nadelöhr Rader Hochbrücke auf der A7 zu umgehen. Diesen Vorschlag einer "nassen Autobahn" präsentierte der Tonderner Kommunalpolitiker Jørgen Popp Petersen von der Schleswigschen Partei, der Partei der deutschen Minderheit. Eine gewisse Bestätigung erhält der Vorschlag durch die Initiative der Reederei Blue Water Shipping, ab dieser Woche von Esbjerg eine Fährlinie nach Bremerhaven anzubieten. Diese RoRo-Fähre soll Windmühlen-Schwertransporte für Vestas übernehmen.
"Wir haben bereits im Vorfeld eine enge Zusammenarbeit mit Vestas. Deshalb ist es für uns ganz natürlich, uns um eine Lösung für die augenblickliche Situation zu kümmern", sagt der Gründer von Blue Waters, Kurt Skov. Zu diesem Zweck hat Blue Waters die Fähre "Clipper Pennant" gechartert. Das Schiff, das am Dienstag erstmals in Esbjerg beladen wurde, hat sich Blue Water Shipping zunächst so lange gesichert, wie die Rader Hochbrücke saniert wird. Aber auch wenn das Abkommen befristet ist, liegen darin nach Meinung Kurt Skovs längerfristige Perspektiven. "Wir sind gespannt, wie die aktuelle Aufgabe für Vestas gelöst wird - denn daraus kann eine große Bedeutung für die Transportformen der Zukunft erwachsen", sagt Kurt Skov. "Der Straßentransport von Schwergut wird immer komplizierter und die Mühlen werden größer und größer", gibt der Reeder zu bedenken.

Mühlenteile werden an Bord gerollt

Blue Water hat mehrere Jahre daran gearbeitet, eine neue Ausrüstung zu entwickeln, so dass die großen Mühlenteile an Bord gerollt werden können (RoRo) anstatt dass Kräne und ein traditionelles Frachtschiff verwendet werden müssen. Bereits jetzt belädt Blue Water auf diese Weise wöchentlich ein Schwesterschiff der "Clipper Pennant" mit Windmühlen von Esbjerg nach Wales.
Auch auf der Route Apenrade-Rostock plant Vestas während der Einschränkungen auf der Rader Hochbrücke Windmühlentransporte per Fähre.

"Branche noch nicht genug unter Druck"

Doch damit nicht genug: Durch die derzeit massiven infrastrukturellen Probleme südlich der Grenze sieht die Schleswigsche Partei (SP) neue Möglichkeiten auch für den Hafen auf Röm. "Die Probleme für den LKW-Verkehr und Schwertransporte könnten durch einen Ro-Ro-Schiffsverkehr zwischen Havneby und Bremerhaven/Cuxhaven gelöst werden", lautet ein Denkanstoß von Jørgen Popp Petersen, SP-Spitzenkandidat in Tondern. "Aus unserer Gegend haben wir viele Transporte von Nahrungsmitteln und Industriekomponenten nach Oldenburg und ins Ruhrgebiet, die in unmittelbarer Nähe der Häfen liegen. Hoffentlich kann der Seeweg von Havneby eine zwischenzeitliche, aber auch eine zukünftige Alternative zu Maut, Staus, Verkehrsproblemen mit Umwegen, Fahr- und Ruhezeiten und zu einer umweltgerechten Lösung werden", sagt Popp Petersen, der sich im dänischen Kommunalwahlkampf befindet. Er hofft, dass sich kreative Köpfe im Hafen-Gremium des Vorschlags annehmen werden, um neue Möglichkeiten aufzutun.
"Derzeit steht die Branche wohl noch nicht genügend unter Druck", meint Hafenchef Kristen Nedergaard, Havneby. Der Gedanke sei nicht abwegig und "es ist gut gedacht", so Kristen Nedergaard, der sich in der Transportbranche und bei Speditionen umgehört hat. Einige zusätzliche Kosten seien an die Kunden weitergereicht worden. "Gegenwärtig sieht es nicht danach aus, dass eine Umorganisation des Transports aktuell ist. Wir werden die Situation im Auge behalten", sagt Nedergaard.
Abhängig davon, um welche Art der Güterbeförderung es sich handeln würde, könnte der Hafen auf Röm durch eine Investition in eine Rampe die Aufgabe meistern. "Das ist aber nicht von einem auf den anderen Tag möglich und müsste in Zusammenarbeit mit einem Betreiber bewerkstelligt werden. Wir könnten nicht von Tag eins ab einer Änderung auf dem Markt entsprechen. Außerdem müsste eine Garantie für die zeitliche Dauer und Menge von der Verschiffung von Gütern vorliegen. Es könnte relevant werden", erklärt der Hafenchef. Eine Aufrüstung des Hafens würde schätzungsweise einige Wochen beanspruchen. Auch gelte es, einen Schiffstyp ausfindig zu machen, der den Hafen anlaufen könnte. "Ich denke mir, dass eine Investition in der Größenordnung von einer halben bis zu einer ganzen Million Kronen erforderlich wäre", beschreibt Nedergaard.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 06:09 Uhr

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