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Bischofswahl in Schleswig : Pröpstin tritt gegen Gothart Magaard an

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Nach dem Wechsel von Gerhard Ulrich als erster Landesbischof der Nordkirche nach Schwerin steht in Schleswig die Wahl eines Nachfolgers an. Die 156 Mitglieder der Synode müssen sich zwischen einem alten Bekannten und einer Frau aus Niedersachsen entscheiden.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 07:12 Uhr

Schleswig | Ganz neu ist die 2012 gegründete Nordkirche nicht mehr - aber die Neubesetzung der Spitzenämter ist noch nicht abgeschlossen. Vor knapp einem Jahr hatte der damalige Schleswiger Bischof Gerhard Ulrich sein Amt niedergelegt, um als Landesbischof der Nordkirche nach Schwerin zu wechseln. Der Nachfolger Ulrichs als Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein wird nun am 11. April im Schleswiger Dom gewählt. Die gut eine Million Mitglieder der acht Kirchenkreise im Sprengel, dem größten in der Nordkirche, bekommen entweder einen schon Wohlbekannten als neuen Bischof oder eine neue Bischöfin aus Niedersachsen.

Zur Wahl steht zum einen Gothart Magaard (58), der bereits seit 2009 die bischöflichen Aufgaben von Ulrich übernommen hatte. Magaard sieht vielfältige Aufgaben im Sprengel: „Das Leben in den ländlichen Räumen bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Die Kirche im Dorf als zentraler Ort nicht nur des kirchlichen, sondern auch des kulturellen und sozialen Lebens spielt dabei eine große Rolle. Um in der Fläche präsent zu bleiben, werden auch wir unsere Angebote konzentrieren müssen und in benachbarten Gemeinden intensiver zusammenarbeiten.“ 

Zu Wahl stellt sich auch Elfriede Knotte (57), die derzeit als Pröpstin in Bad Gandersheim in Niedersachsen arbeitet. Auch sie sieht auf dem Land eine der „Baustellen“ im Sprengel. Immer weniger Menschen lebten in den ländlichen Gebieten. „Hier als Kirche gegen die Vereinzelung zu wirken und zur Lebensqualität beizutragen, sehe ich als Aufgabe auch im Hinblick auf Flüchtlinge, die inzwischen nicht nur in den Metropolen leben, sondern zunehmend auch in der Fläche auf dem Land. Damit verbunden ist auch eine Vielfalt der Religionen, mit der wir als Gesellschaft und Kirche umgehen müssen.“ Knotte wäre neben Kirsten Fehrs, der Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, die zweite Frau in einem der Spitzenämter der Nordkirche.

Zu den mitgliederärmsten Kirchenkreisen im Sprengel zählen Dithmarschen und Nordfriesland. Die meisten Mitglieder leben im Kirchenkreis Altholstein, der sich von Kiel bis Henstedt-Ulzburg erstreckt. Einig sind sich die Kandidaten auch darin, dass ein großes Problem die wachsende Armut sei. Magaard nennt zudem das Thema „Bewahrung der Schöpfung“ als besonderes Anliegen: „Ich unterstütze die Anstrengungen für eine CO2-neutrale Nordkirche bis zum Jahre 2050.“ Knotte sieht im Tourismus Möglichkeiten für die Kirche: „Die schönen Kirchenorte mit Überzeugung und Freude als spirituelle Oasen zu präsentieren, sehe ich als Chance.“ 

Vor der Wahl am 11. April werden sich die beiden Kandidaten den bis zu 156 Mitgliedern des Landessynode nach einem Gottesdienst im Dom vorstellen. Die Abstimmung selbst beginnt erst um 19 Uhr.

Gewählt ist, wer die Stimmen der Mehrheit der Synoden-Mitglieder erhält. Kann auch im dritten Wahlgang keiner der Kandidaten diese Mehrheit für sich erzielen, scheidet derjenige mit der geringeren Stimmzahl aus. Auch der verbleibende Kandidat benötigt aber noch die Stimmenmehrheit. In jedem Fall würden 79 Stimmen zur Wahl benötigt, erläutert Pressesprecher Frank Zabel, und zwar unabhängig davon, ob auch alle 156 Mitglieder der Landessynode zur Wahl erscheinen.

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