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Pläne für Volksinitiative : Pro Gottesbezug: Katholiken setzen auf Protestanten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Für die katholische Kirche gehört der Gottesbezug in die neue Landesverfassung. Bereits kommende Woche soll die Kampagne vorbereitet werden.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 09:42 Uhr

Hamburg/Kiel | Die katholische Kirche setzt bei ihrer geplanten Volksinitiative für einen Gottesbezug in der Landesverfassung Schleswig-Holsteins auf die Unterstützung auch evangelischer Christen. „Wir sind und bleiben mit der evangelischen Kirche im Gespräch und schauen, was geht“, sagte der Pressesprecher des Erzbistums Hamburg, Manfred Nielen, in der Hansestadt.

Positive Signale kamen gestern schon einmal vom Evangelischen Arbeitskreis (EAK) der Landes-CDU. „Der Gottesbezug ‚in Verantwortung vor Gott und den Menschen’ gehört in die neue Landesverfassung für Schleswig-Holstein“, sagte die EAK-Vorsitzende Herlich Marie Todsen-Reese. Nach der ablehnenden Entscheidung des Landtages seien jetzt die Bürger am Zuge. „Deshalb unterstütze ich die Überlegungen für eine Volksinitiative“, so Todsen-Reese.

Der Bischof des Sprengels Schleswig und Holstein der evangelisch-lutherischen Nordkirche, Gothart Magaard, hatte am Wochenende erklärt, „eine Volksinitiative zur Landesverfassung steht für uns derzeit nicht zur Debatte“. Die Nordkirche habe stets betont, das Votum des Parlaments akzeptieren zu wollen. „Ich werde diese Haltung nach dem Nein des Landtags zum Gottesbezug in der Verfassung nicht aufgeben und mich auch nicht für eine Unterstützung einer Initiative durch die Nordkirche stark machen.“

Bei der Reform der Verfassung hatte sich der Landtag am vergangenen Mittwoch gegen einen Gottesbezug gewandt. „Das Signal, das der Landtag mit dem eindeutigen Votum gegen den Gottesbezug ausgesendet hat, finde ich persönlich höchst bedenklich“, sagte Ansgar Thim, Diözesanadministrator des auch Schleswig-Holstein umfassenden Erzbistums Hamburg. Die Frage, ob wir eine Gesellschaft ohne Gott sind, wolle er jetzt erst recht diskutieren.

In den kommenden Wochen wolle die katholische Kirche Unterstützer suchen und sich dann auf die Kampagne vorbereiten. Notwendig sind 20.000 Unterschriften. In Schleswig-Holstein sind etwa sechs Prozent der Bevölkerung katholisch und rund 53 Prozent evangelisch. Im Falle einer erfolgreichen Volksinitiative müsste der Landtag über die Gottesfrage erneut debattieren. Hielte das Parlament an seiner bisherigen Haltung fest, könnte es nach einem Volksbegehren – dafür bedarf es mindestens 80.000 Unterschriften – einen Volksentscheid geben.

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