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Erstaufnahme in Neumünster : Premiere in SH: „Clowns ohne Grenzen“ zaubern ein Lächeln in die Gesichter der Flüchtlingskinder

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit Jahren touren die „Clowns ohne Grenzen“ durch die Kriesengebiete dieser Welt, um Kinder zum Lachen zu bringen. Nach Neumünster kamen Sie auf Einladung des Deutschen Roten Kreuzes.

Neumünster | Luca steht ein wenig abseits in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Neumünster. Irritiert schaut er auf die drei verkleideten Gestalten, die vor ihm auf und ab springen. „Ich kenne Clowns“, sagt der siebenjährige Junge aus Serbien, „aber die hier sehen irgendwie anders aus“.

Wie viele andere der 165 Kinder und Jugendlichen im Lager hat er in den vergangenen Monaten nicht viel zu lachen gehabt. Das wollen die drei Komiker von der Organisation „Clowns ohne Grenzen“ ändern. Sie wollen Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wie Heiko Mielke aus Langwedel (Kreis Rendsburg-Eckernförde) sagt. Seit Jahren tourt er durch die Krisengebiete dieser Welt, um Kindern, denen es schlecht geht, die traumatisiert oder verletzt sind, wieder ein wenig Freude im Leben zu geben. Zuletzt war er in einem Flüchtlingscamp an der türkisch-syrischen Grenze. „Doch es ist nirgendwo so schwierig in ein Flüchtlingslager zu kommen wie in Deutschland“, sagt der Theater- und Zirkuspädagoge und verweist auf die Bürokratie.

Und dennoch machen sie weiter. Gerade war Mielke in Mecklenburg-Vorpommern. Clowns ohne Grenzen spielen aber vor allem in Bayern, „weil wir da ein weites Netz von Klinikclowns haben“, sagt Mielke. In Schleswig-Holstein sei eigentlich eine Tournee durch die Erstaufnahmelager geplant gewesen, aber weil es nun nur noch wenige Flüchtlinge gibt, bleibt es bei dem Auftritt in Neumünster und einem weiteren heute in Kiel.

Suchen sich ihr Publikum im Lager selbst: Die Clowns ohne Grenzen um Heiko Mielke (Mitte).
Heiko Mielke aus Langwedel tourt seit Jahren durch die Krisengebiete dieser Welt, um Kindern, denen es schlecht geht, die traumatisiert oder verletzt sind, wieder ein wenig Freude im Leben zu geben. Foto: Michael Staudt
 

In Neumünster hat das Deutsche Rote Kreuz die Clowns eingeladen und die treten ohne Gage auf. Auf einer Tour mit Mini-Akkordeon und Gitarre folgen den Clowns immer mehr Kinder. Kurzerhand wird der Bürgersteig zur Bühne: Zwei Stühle und einige Luftballons genügen als Requisiten.

Die Künstler verstehen ihr Handwerk: Mielke, der den Clown Pepe mimt, pustet einen Luftballon soweit auf, dass er platzt. Der Knall hätte die Flüchtlingskinder erschrecken können, aber er bringt sie zum Lachen, denn auch wenn sie die Sprache der Clowns nicht verstehen, wissen sie, dass sie hier eine Dreiviertelstunde Spaß haben können.

Humor ist international – auch für die Erwachsenen. Zwei junge Männer in Unterhemden tragen Goldkettchen und Baseballkappe und schauen den Künstlern scheinbar gelangweilt zu. Pepe flieht vor seinem Co-Clown Pipo, versteckt sich genau hinter diesen beiden – und schon lachen auch sie mit.

Und selbst der kleine Luca, der zu Anfang zögerlich war, steht jetzt mitten drin in den johlenden Kindern und klatscht so doll in die Hände wie er nur kann.

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