Kreis Herzogtum Lauenburg : Polizeitaucher finden Leiche von vermisstem 17-Jährigen

Ein Polizeitaucher sucht nach der Leiche des 17-Jährigen in dem Badesee.

Ein Polizeitaucher sucht nach der Leiche des 17-Jährigen in dem Badesee.

Der Jugendliche war am Sonntag in einem Badesee schwimmen gewesen. Danach wurde er vermisst.

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28. Juni 2017, 15:45 Uhr

Müssen | Jetzt ist es traurige Gewissheit: Der Flüchtling aus Libyen (17), der seit Sonntagnacht in der Müssener Badelagune vermisst wurde, ist tot. Polizeitaucher bargen die Leiche des Jugendlichen am Mittwochnachmittag aus dem mitten im Dorf in einer ehemaligen Kiesgrube angelegten Badesees. Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus. Unter Federführung der Geesthachter Kripo hatte man versucht, den Verbleib des unbegleiteten minderjährigen Flüchtlings zu klären.

Anlässlich des Fastenbrechens zum Ende des Ramadans hatte das Diakonische Werk Herzogtum Lauenburg mit den in der ehemaligen Geesthachter Jugendherberge untergebrachten Flüchtlingen am Sonnabend einen Grillabend gefeiert. Dabei waren auch drei pädagogische Betreuer. Um 22 Uhr trennte sich die Gruppe, einer der Betreuer fuhr mit einigen Jugendlichen zurück in die Einrichtung, zwei Betreuerinnen fuhren mit 14 Jugendlichen zum Badesee in Müssen. Dort nahm das Unheil dann seinen Lauf. Obwohl es ein nasser kühler Tag war, wagten sich die Jugendlichen in den zu später Stunde unbeaufsichtigten Badesee.

Nach Darstellung von Heiko Steiner, dem Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, wären die Jugendlichen unter Aufsicht der Betreuerinnen in dem vom Verein Sicheres Wasser (SiWa) markierten und maximal hüfttiefen Badebbereich geschwommen. Der Vermisste wurde aber zuletzt gesehen, wie er jenseits der Begrenzung schwamm. Dort gibt es eine bis zu 19 Meter tiefe Abbruchkante. Nachdem die Gruppe um 23 Uhr vom See aufbrechen wollte, wurde der 17-Jährige vermisst. Gegen 23.40 Uhr forderten die Betreuer über Notruf Hilfe an.

Mehr als 150 Retter mit 59 Fahrzeugen rückten an der Badelagune an, um mit Tauchern, Booten, Wärmebildkameras, einem Sonarboot, Hunden und Nachtsichtgeräten am Ufer und im Wasser nach dem Vermissten zu suchen. Erfolglos.

Mittwochvormittag kamen Polizeitaucher aus Eutin, die auf dem Weg zu ihrem Einsatz beim G20-Gipfel in Hamburg waren, nach Müssen. „Die Abbruchkante, die mit ihrem dort plötzlich kaltem Wasser unerfahrenen Schwimmern zum Verhängnis werden kann, ist für uns kein Problem, da wir mit Trockentauchanzügen ins Wasser gehen“, sagte Taucher-Einsatzleiter Martin Rollmann. Schwierigkeiten machte den Tauchern aber der hohe Verkrautungsgrad des Badesees mit Wasserpflanzen. Dennoch wurden die Beamten schnell fündig. Unweit einer Stelle gegenüber der offiziellen Badestelle, wo am Sonntag auch schon Suchhunde angeschlagen hatten, fanden sie den Leichnam des 17-Jährigen.

„Wir sind erschüttert und bedrückt“, sagte Steiner, nachdem er von dem Fund der Beamten erfahren hatte. „Mitarbeiter, die Jugendlichen der Einrichtung und die Leitung sind erschrocken und traurig, dass einem jungen Flüchtling, der in unserer Obhut stand, etwas zugestoßen ist“, so Steiner. „Wir hatten immer noch so etwas wie Resthoffnung“, sagte er. Jetzt gelte es, den Fall aufzuarbeiten. Das wird auch die Polizei tun, unter anderem vor dem Hintergrund der Aufsichtspflicht für die Minderjährigen.

„Es ist traurig, aber es ist auch gut, dass es jetzt Gewissheit gibt. Es war schon eine belastende Situation, jederzeit damit rechnen zu müssen, auf den Leichnam zu stoßen“, erklärte Monika Retzlaff, die Sprecherin von SiWa. Die Ehrenamtlichen des Vereins beaufsichtigen die Badestelle immer bei gutem Wetter.

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