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Sonntagskrimi in der ARD : „Polizeiruf“: Alles voller Affären

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„Tatort“-Fans müssen passen: Doch der „Polizeiruf“ aus Rostock hat unseren Kritiker voll überzeugt. Famose Figuren, Subventionsabzocke, Korruption und Mord: Was mehr begehrt das Krimiherz?

Der Rostocker “Polizeiruf” glänzt ja gern mit seiner lässigen Kripo-Truppe. Jenem Küsten-Mix aus Hau-drauf-Bulle (Charly Hübner), gewitzter Profilerin (Anneke Kim Sarnau), unglücklichem Melancholiker (Josef Heynert) und schmierigem Ehrgeizling (Andreas Guenther). Hier kommen Mordfälle so ungelegen, wie die Dienstanweisungen vom Chef (Uwe Preuß). Weil die Truppe schon mit sich selbst genug zu tun hat. Wenn dann ein verwirrter Mann auftaucht und behauptet, jemanden erschossen zu haben, droht das Fass der Emotionen einmal mehr überzulaufen.

Doch diesmal ist der Mord an Achim Hiller, Chef der „Hilgro Wind“ AG, mehr als nur Staffage für die Eheproblemchen und den Beziehungsknatsch der Kommissare. Diesmal geht es um Milliarden. Denn der verwirrte junge Mann, Max Schwarz (Christian Friedel), ist IT-Spezialist bei der „Hilgro“ und offenbar an Dokumente gelangt, die einen Fördermittelskandal belegen.

Schon fährt die Wirtschaftsstaatssekretärin vor (Barbara Schnitzler), schon schickt das BKA seinen härtesten Hund (Hansjürgen Hürrig), um die Ermittlungen zu „übernehmen“. Es riecht förmlich nach Korruption und Vertuschung eines gigantischen Subventionsbetrugs. Aber hat Schwarz tatsächlich seinen Boss zuerst mit den brisanten Dokumenten erpresst und dann abgeknallt?

Florian Oeller (Buch) und Christian von Castelberg (Regie) drehen diesmal am ganz großen (Wind)Rad. Schon, um zu beweisen, dass Bukow & Co. auch Staatsaffäre können. Trotz Gefühlschaos, falscher Fährten und renitentem Chefpalaver.

Atemberaubend, wie von Castelberg seine Helden durch den Film scheucht, ihre Ängste und Aggressionen schürt und wie sich die einzelnen Scharmützel zu einem großen Schlachtengemälde des Kapitalverbrechens zusammenfügen. Drapiert mit knackigen Dialogen, rasant geschnittenen Bildern und einem Metal-Sound, dass uns die Ohren dröhnen.

Oder, um es kurz zu sagen: Hammer-Beats, Hammer-Story – Hammer-„Polizeiruf“.

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erstellt am 01.Mär.2015 | 12:07 Uhr

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