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TV-Kritik : „Polizeiruf 110“: Premiere für Magdeburger Team

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Premiere für den neuen "Polizeiruf 110" aus Magedeburg": Die Folge verwirrt mit vielen dramaturgischen Knoten und unkonventionellen Figuren, die Lust auf mehr machen.

So viel ist sicher: Die Dom-Stadt Magdeburg kommt in der TV-Landschaft noch immer viel zu kurz. Dabei ist sie in ihrer Widersprüchlichkeit und mit ihrer wechselvollen Historie eine wahre Fundgrube an Bildern und Geschichten. Schön also, dass der Haussender MDR mit dem neuen „Polizeiruf“ nun ein Premium-Format an das ottonische Elbufer verfrachtet.
Und damit der Neustart auch ordentlich knistert, hat der MDR keine Geringeren als die Gebrüder Christoph (Buch) und Friedemann Fromm (Buch, Regie) angeheuert. Ihres Zeichens Grimme-Preis-überhäufte Experten in Sachen Krimi und Historiendrama (u.a. „Sperling“, „Unter Verdacht“, „Tatort“, „Die Wölfe“, „Weissensee“). Ebenso nobel, dass in „Machdeburch“ (nicht: „Maagdeburg“) mit Claudia Michelsen und Sylvester Groth erneut zwei ostdeutsche Eigengewächse als Kommissare randürfen, was nicht nur charmant die Hallenser Tradition (Schwarz, Winkler, Gerschke) fortführt, sondern auf authentische Charaktere und problembewussten Heimat-Sprech hoffen lässt.

Und siehe, es funktioniert. Wenn auch ein wenig holprig zunächst. Denn natürlich müssen sich die beiden Kripo-Typen erst einmal fetzen, bevor sie sich finden. Sie, Doreen Brasch, burschikos, unangepasst und gerne auf Kriegsfuß mit der Dienstvorschrift, kann nämlich mit dem bräsigen und pingeligen Kollegen Jochen Drexler zunächst überhaupt nichts anfangen.
Doch ihr erster gemeinsamer Fall zwingt sie zusammen. Auf Befehl von Kripo-Chef Lemp (Felix Vörtler) und – in der Sache selbst. Denn nachdem in einem Fitness-Studio ein Afrikaner ermordet aufgefunden wird, führt die Spur u.a. zu einer rechtsextremen Jugendgang, in der ausgerechnet Braschs Sohn Andi (Vincent Redetzki) mitmischt. Oops?
So viel darf vorweggenommen werden: Der neue MDR-„Polizeiruf“ verwirrt mit vielen dramaturgischen Knoten und unkonventionellen Figuren, die Lust auf mehr machen. Nichts sieht hier glatt und geleckt aus. Eben – wie die Postkarten aus Magdeburg.    
 

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erstellt am 13.10.2013 | 15:30 Uhr

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