Verschwundenes Geld aus Transporter : Polizei nimmt Fahrer fest und findet zwei Millionen Euro

Die Polizei präsentiert in Neumünster einen Großteil der wiedergefundenen Millionen. Das Geld lagerte auch in einem Wohnwagen.
1 von 2

Die Polizei präsentiert in Neumünster einen Großteil der wiedergefundenen Millionen. Das Geld lagerte auch in einem Wohnwagen.

Auf einer Fahrt von Hamburg nach Kiel verschwanden 2,3 Millionen aus einem Geldtransporter. Es gibt zwei Festnahmen.

Avatar_shz von
29. März 2018, 15:49 Uhr

Neumünster | Der Fall der verschwundenen Millionen aus einem Geldtransporter auf der Fahrt von Hamburg nach Kiel ist aufgeklärt. Die Polizei hat zwei Tatverdächtige festgenommen und mit zwei Millionen Euro einen Großteil der Beute gefunden. Das teilten die Staatsanwaltschaft Kiel und die Kriminalpolizei Neumünster bei einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag mit. Einer der beiden Tatverdächtigen ist der 40-jährige Fahrer des Geldtransporters. Der zweite Tatverdächtige ist ein Bekannter des Fahrers, er ist 47 Jahre alt. Am Donnerstag wurde Haftbefehl wegen besonders schweren Diebstahls gegen die Beschuldigten erlassen. Sie befinden sich nun in der JVA Neumünster.

Bis zum Mittwochabend hatten sich die Ermittlungen hingezogen. „Die Tat war sehr gut vorbereitet, die Verdächtigen haben es uns nicht leicht gemacht, sie zu überführen“, sagte Michael Bimler von der Staatsanwaltschaft Kiel.

Früh hegten die Ermittler den Verdacht, die Zwei-Mann-Besatzung aus dem Geldtransporter könnte die Millionen beiseite geschafft haben. Doch zunächst stand die Polizei vor einem Problem: Fahrer und Beifahrer belasteten sich gegenseitig.

Auf die Spur des Fahrers führte die Beamten eine Observation. Ein Indiz war, dass der Verdächtige zu der Zeit mehr Geld ausgab als er sich von seinem Verdienst eigentlich leisten konnte. Außerdem hatte er zwei Autos und einen Wohnwagen bewegt, die Fahrzeuge waren jedoch nicht auf ihn zugelassen. Der Zoll durchleuchtete die Wagen, dabei kamen die verschwundenen Millionen zum Vorschein. Die Polizei durchsuchte in Hamburg auch fünf Wohnungen.

Der Wohnwagen diente den Dieben als Depot für einen Teil der gestohlenen Millionen.
Polizei

Der Wohnwagen diente den Dieben als Depot für einen Teil der gestohlenen Millionen.

 

Für die Polizei war es ebenfalls ein Rätsel, wo sich der Millionen-Diebstahl genau ereignet hatte. Nach dem Verschwinden des Geldes hatten Polizisten mit Spürhunden den Rastplatz Rehbrook-Ost an der A1 bei Tremsbüttel (Kreis Stormarn) abgesucht – ohne Ergebnis. Im Laufe der Ermittlungen wurde ein zweiter Tatort wahrscheinlicher: eine Tankstelle an der B404 in Kirchbarkau (Kreis Plön).

Die Karte zeigt die Route des Geldtransporters auf seiner Fahrt von Hamburg nach Kiel:

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

An der Tankstelle in Kirchbarkau stieg zuerst der Beifahrer aus, ging in den Shop und aß eine Bockwurst. Der Fahrer blieb zunächst am Transporter. Nach den Erkenntnissen der Polizei muss hier der Diebstahl passiert sein. Eine große Geldkassette, die zwischen 80 und 100 Kilogramm wog, wurde entwendet. Diese könnte einer alleine jedoch nicht weggeschafft haben. Die Polizei vermutet, dass es einen Komplizen gab. Zwei weitere, kleinere Geldkassetten fehlten ebenso.

Bemerkt wurde der Diebstahl beim Entladen des Geldtransporters auf dem Hof der Sicherheitsfirma Prosegur in Kiel. Dabei habe die Heckklappe des Transporters noch einen Spalt breit offen gestanden. Ebenso verdächtig kam es den Polizisten vor, dass die Geldkassetten „ungewöhnlich nahe“ an der Heckklappe verladen wurden.

Die Ermittlungen in dem Fall gehen noch weiter. „Wir haben fast alles wieder – bis auf einen fünfstelligen Betrag“, sagte Bimler.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen