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Weniger Geld : Wirtschaftsminister Meyer will EU-Mittel bündeln

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Klotzen statt kleckern – nach dem Motto will der Kieler Wirtschaftsminister EU-Mittel einsetzen. Meyer muss dabei künftig mit weniger Geld auskommen. Fachkräfte, Innovationen, Tourismus und die Westküste sollen besonders stark unterstützt werden.

Kiel | Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer will mit den Fördermitteln der EU in den nächsten Jahren gezielter einzelne Schwerpunktbereiche stärken. Die Sicherung eines ausreichenden Bestandes an Fachkräften, Innovationen auf allen Ebenen, die Stärkung des Tourismus-Sektors und ein Sonderprogramm für die Westküste hob der SPD-Politiker im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa hervor. „Wir müssen den Einsatz der EU-Mittel noch mehr konzentrieren.“ In Meyers Zuständigkeitsbereich werden die Gelder aus Brüssel von 2014 bis 2020 im Vergleich zur vorigen Förderperiode deutlich sinken. Aus dem Sozialfonds ESF fließen voraussichtlich rund 80 statt 100 Millionen Euro und aus dem Fonds für regionale Entwicklung 270 statt 374 Millionen.

„Das ganze Arbeitsmarktprogramm stellen wir unter die Überschrift ‚Fachkräfte für Schleswig-Holstein‘“, sagte Meyer. „Das ist konsequent, denn dies ist die entscheidende Zukunftsfrage für das Land.“ Bei der regionalen Entwicklung sei Innovation das große Stichwort. Nicht nur im Hightech-Bereich brauche das Land mehr Innovationen, sondern auch in den Dienstleistungen. „Eine Prognos-Studie hat ergeben, dass unsere Unternehmen zu wenig in Forschung und Entwicklung investieren“, erläuterte Meyer. „Da hilft es nicht, einfach Fördergelder zu erhöhen, sondern wir müssen an der Schnittstelle zwischen Hochschulen und Wirtschaft mehr machen.“ Die Förderung von Unternehmensgründungen, Hilfe mit Wagniskapital und die Unterstützung von Kooperationen zwischen Fraunhofer- Einrichtungen und Unternehmen nannte der Minister als Beispiele. „Spitzeneinrichtungen wie das Institut für Siliziumtechnologie ISIT in Itzehoe werden in ihren Wirkungen für das Land immer noch unterschätzt.“

Auch bei den marinen Biotechnologien in Lübeck und der Vernetzung mit der Medizintechnik gebe es viel Potenzial. „Wir werden gezielt auch mehr investieren in das Thema Energiewende auf allen Ebenen“, kündigte Meyer an. Die Energie sei zu einem großen Kostenfaktor für die Unternehmen geworden; deshalb werde die energetische Modernisierung von Produktionsprozessen und Gebäuden immer wichtiger.

Als dritten Schwerpunktbereich hob der Minister den Tourismus hervor. „Hier müssen wir mehr tun: Wir brauchen eine Modernisierung unserer Betriebe; dabei fördern wir nicht mit der Gießkanne, sondern konzentrieren die Förderung auf einzelne Unternehmen.“ So wolle sich das Land künftig wieder mehr bei der landesweiten Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (Tash) engagieren.

Aus dem Efre-Fonds der EU für die regionale Entwicklung sind allein 30 Millionen Euro für die Westküste vorgesehen. „Wir wollen uns dabei auf die Energiewende und einen nachhaltigen Tourismus konzentrieren“, sagte Meyer. „Das ist etwas Neues, das wir speziell in dieser Region ausprobieren wollen. Die EU hat uns dazu ausdrücklich ermuntert.“

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erstellt am 06.Jan.2014 | 07:15 Uhr

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