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Finanzämter in SH : Windows XP: Piraten warnen vor Hacker-Angriffen

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Ab April müssen Benutzer von Windows XP mit Sicherheitslücken rechnen. Der Grund: Microsoft bietet keine Updates mehr an. In SH müssen sich auch die Finanzämter diesem Problem stellen.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2014 | 18:46 Uhr

Kiel | Bald ist es soweit:  Wer auf seinem Rechner noch mit dem Betriebssystem Windows XP arbeitet, ist in etwa sechs Wochen einem höheren Risiko ausgesetzt. Microsoft will sich von dem 2001 auf den Markt gebrachten System verabschieden und keinen Support mehr anbieten. Ab 8. April stellt der Softwarehersteller keine Sicherheits-Updates mehr bereit. Die Folge: Sicherheitslücken werden nicht mehr behoben. Betroffen sind nicht nur Privathaushalte, sondern auch die Finanzämter in Schleswig-Holstein.

In der Steuerverwaltung seien etwa 5000 Installationen über Windows XP in Betrieb, wie  die Landesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der Piratenfraktion mitteilt. Diese seien aber nur indirekt mit dem Internet verbunden. Anders als weitere 200 Computer. Genau darin sieht Uli König, Piratenabgeordneter im Landtag, ein Risiko. Während bisher Updates die Daten auf den Rechnern schützen, befürchtet er ab 9. April „freie Bahn für Hacker“. Prinzipiell könne man sich beispielsweise als Techniker ausgeben und im Finanzministerium einen WLAN- oder UMTS-Router an eine freie Netzwerkdose anschließen und dann vom Parkplatz über einen gehackten Windows-XP-Rechner auf Steuerdaten zugreifen, malt König ein mögliches Szenario aus. Ihm widerspricht Carsten Maltzan. „Wir haben die Rechner unter besonderer Beobachtung“, sagt der Regierungssprecher. Und er versichert: „Diese Rechner haben keinen Zugriff auf Steuerdaten.“

Die Finanzämter im Land wollen auch nach dem Ende der Microsoft-Unterstützung weiterhin mit Windows XP arbeiten. Die Risiken seien „überschaubar“, heißt es seitens der Landesregierung in der Antwort. Die Gefahr einer Infektion  der 200 Internet-PCs  ist aber bekannt.  Eine Umstellung des Betriebssystems soll noch in diesem Jahr erfolgen – auf Windows 7.

Abschied von Windows XP – Rechner lassen sich Günstig aufrüsten: Um alte Computer auf Windows 7 oder 8 aufzurüsten, ist meistens ein wenig neue Hardware notwendig. Mehr als 100 Euro müssen Nutzer nach Ansicht von Experten aber nicht investieren. Das fängt beim Arbeitsspeicher an, oftmals sind nur 512  Megabyte  eingebaut  – das Vierfache sollte es gerne sein. Selbst bei nur zwei  Steckplätzen ist dies also mit zwei Speicherriegeln von je einem Gigabyte schon möglich. Diese Aufrüstung kostet zwischen 40  und 60 Euro. Zudem raten Experten zum Kauf einer größeren Festplatte (Achtung: bei alten Rechnern oft noch IDE-Schnittstelle statt SATA), zum Beispiel mit einem Terabyte Speicherplatz für um die 55 Euro. Bei der Grafikkarte reicht ein günstiges Modell für 40 bis 50 Euro aus – teurere und schnellere Karten werden vom Prozessor nur ausgebremst. Allerdings: Hoffnungslos veraltete Rechner sind trotz Aufrüstung kaum mit den neuesten Windows-Versionen zu betreiben. Alternative sind Linux-Betriebssysteme. Die gelten oft noch als schwierig zu bedienen. Einige sind inzwischen aber sehr laienfreundlich zu bedienen und auch einfach zu installieren. Empfehlenswert sind Ubuntu oder Lubuntu (Variante, die weniger Rechenkapazität und Speicher braucht) oder auch Linux Mint. Wenn der Abschied richtig weh tut: Ein alter funktionsfähiger PC taugt stets als privates Museumsstück. (blu)

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