Kredite : Wiegard will mit "Deutschland-Bonds" Zinsen sparen

Finanzminister Wiegard will einen Teil der Kredite künftig über gemeinsame Anleihen mit dem Bund aufnehmen - das sei zinsgünstiger.

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09. November 2011, 09:53 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) ist zuversichtlich, dass das Land einen Teil seiner Kredite künftig über gemeinsame Anleihen mit dem Bund aufnehmen kann - zu günstigeren Zinssätzen als bisher. "Ich sehe gute Chancen auf ein Abkommen mit dem Bund", sagte Wiegard gestern in Berlin. Sein Bundeskollege und Parteifreund Wolfgang Schäuble sei in der Frage mittlerweile "zu Gesprächen bereit".

Während Wiegard zuletzt nach seinen Angaben für eine zehnjährige Schuldverschreibung 2,8 Prozent Zinsen zahlen musste, brauchte Schäuble nur 1,8 Prozent zu bieten. Durch eine im Durchschnitt einen Prozentpunkt niedrigere Zinsbelastung könnte Wiegard im Jahr bis zu 45 Millionen Euro einsparen. "Es ist widersinnig, im Haushalt Kleinstbeträge zu kürzen und gleichzeitig zweistellige Millionenbeträge an Zinsen zum Fenster hinauszuwerfen", sagte Wiegard.
Dass der Bund weniger Zinsen zahlt, liegt an seinem hervorragenden Ruf als Schuldner. Doch auch Schleswig-Holstein hat die höchste Bonität AAA - denn im Zweifelsfall müsste ohnehin der Bund einspringen, wenn das Land bankrott wäre. Trotzdem ist Schäuble bisher gegen gemeinsame Anleihen mit den Ländern, "Deutschland-Bonds" genannt. Seine Furcht: Für diese Papiere könnten dann höhere Zinssätze gefordert werden, so dass die Zinslast des Bundes stiege.

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