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Tempolimit ab Montag : Wie die Rader Hochbrücke ersetzt werden soll

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Gutachter legt Pläne für den Neubau eines kombinierten Straßen- und Schienentunnels vor – doch das Bundesverkehrsministerium will eine billigere Lösung. Uns interessiert Ihre Meinung. Stimmen Sie ab.

Rendsburg | Er versucht, es einfach zu halten. In den vergangenen Monaten hat Gutachter Harald Peter Hartmann verschiedene Varianten erarbeitet, wie künftig die marode Rader Hochbrücke ersetzt werden kann. Dabei ist der Ingenieur zu drei aus seiner Sicht praktikablen Lösungen für einen kombinierten Straßen- und Schienentunnel gekommen, wie ihn Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) präferiert.

Variante eins liegt westlich der Trasse der jetzigen Brücke, Variante zwei führt östlich unter der Rader Insel hindurch (siehe Grafik). Die dritte Trasse würde am nächsten an Rendsburg vorbeiführen, wäre aber auch die aufwendigste, weil die Gesamtstrecke am längsten wäre. „Der Untergrund an der Rader Insel ist nicht gerade vorteilhaft für Tunnelbauten, deswegen müssen wir die Tunnel vergleichsweise tief verlegen“, sagt Hartmann. Bei einem Absenktunnel läge der tiefste Punkt rund 30 Meter, bei einem Bohrtunnel fast 50 Meter unter der Wasseroberfläche.

Das Gutachten berücksichtigt noch nicht, wie hoch Aufwand und Kosten wären, um Bauwerke bei einem Neubau zu sichern oder Straßen an die Trasse anzuschließen. Auch Fragen des Umweltschutzes sind ungeklärt. Und ob in einem Zeitraum von zwölf Jahren diese Kombilösung überhaupt realisiert werden kann, ist ebenfalls noch ungewiss.

„Für jede der Varianten ist sowohl ein Bohrtunnel als auch ein Absenktunnel denkbar“, sagt Hartmann. Bei einem Absenktunnel werden feste Teile in einer Baugrube im Kanal versenkt, anschließend werden sie abgedeckt. Ein Bohrtunnel ist aus technischen Gründen meist länger als ein Absenktunnel. Zu möglichen Kosten wollte Hartmann keine Stellung beziehen. „Ich kann nur so viel sagen: Bei der Planung der festen Fehmarnnbeltquerung sollte es zuerst einen Bohrtunnel geben, jetzt wird es ein Absenktunnel.“ Hartmann hofft, dass die Erkenntnisse aus dem Bau der Beltquerung auch für den Neubau an der Rader Insel nutzbar sein könnten – „bis dahin, dass die Bauteile ähnlich konstruiert werden könnten“.

Zudem sei es sowohl bei Bohr- als auch bei Absenktunneln möglich, zuerst einen Straßentunnel zu errichten und möglicherweise Jahre später noch einen prallel verlaufenden Schienentunnel – eine Variante, die Meyer für „besonders interessant“ hält und womit er das Bundesverkehrsministerium schnell von seiner Kombi-Lösung überzeugen will.

Allerdings hält das von Alexander Dobrindt (CSU) geführte Haus, das Vorhaben für überflüssig. Aus einem Schreiben an Meyer konnte dieser schon vor Monaten entnehmen, dass der Bund nur einen Ersatzbau für die Rader Hochbrücke bezahlen will – sprich eine vierspurige Autobahnbrücke und keinen Neubau für die Bahn. In dem Brief heißt es: „Die Rader Hochbrücke und die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke stellen keinen Engpass im jeweiligen Verkehrsnetz dar, weshalb die Aufnahme eines erweiterten Ersatzbauwerkes in den Bundesverkehrswegeplan nicht in Betracht kommen dürfte.“

Die Kosten für eine einfache Brücke schätzt Meyer auf 200 Millionen Euro, ein Bruchteil dessen, was eine Straßen-Schienenlösung kosten würde.

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erstellt am 09.Sep.2014 | 20:23 Uhr

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