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Pläne bei Glückstadt : Wer gegen den A20-Elbtunnel klagt - und warum

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Der Kreis Steinburg zieht gegen den Tunnel vor Gericht und ist damit nicht allein. Eine Übersicht.

shz.de von
erstellt am 13.Mär.2015 | 13:32 Uhr

Glückstadt | Gegen den geplanten Elbtunnel bei Glückstadt (Kreis Steinburg) im Zuge des Ausbaus der Autobahn A20 ist eine weitere Klage eingereicht worden. Die Betreiber der Elbfähre Glückstadt-Wischhafen wandten sich an das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, um den Planfeststellungsbeschluss für den schleswig-holsteinischen Teils des Tunnels anzufechten. Im Falle des Autobahnbaus samt Tunnel werde die Fährverbindung nicht mehr wirtschaftlich sein und eingestellt werden müssen, teilte die Agentur der Elbfähre-Betreiber am Freitag in Hamburg mit.

Für den seit Jahrzehnten diskutierten Bau der Elbquerung bei Glückstadt und der verbindenden Autobahnabschnitte zur A7 gibt es bisher keine Zeitplanung. Die Planfeststellungsbeschlüsse für die Autobahnabschnitte der A20 bis zur A7 bei Kaltenkirchen will Schleswig-Holstein 2016 fertig haben. Mit Klagen und weiteren Verzögerungen dürfte dann zu rechnen sein. Auf niedersächsischer Seite liegt, wie die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr am Freitag auf Anfrage mitteilte, noch kein Planfeststellungsbeschluss vor - weder für den niedersächsischen Teil des Tunnels bis zur Elbmitte, noch für die in Niedersachsen liegenden Abschnitte eines A20-Ausbaus. Der Tunnel soll rund 1,2 Milliarden Euro kosten.

Wer klagt warum gegen den Elbtunnel?

Die Elbfähre

Die Elbfähre-Betreiber argumentieren in ihrer Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht, im Planfeststellungsbeschluss sei die Folge einer Mautgebühr auf das Verkehrsaufkommen auf der Autobahn nicht berücksichtigt. Möglicherweise wäre eine Elbquerung bei Lauenburg östlich von Hamburg auch aus naturschutzrechtlichen Gründen geboten.

Der Landesnaturschutzverband

Nach Ansicht des Landesnaturschutzverbandes sind Natur- und Umweltschutz unzureichend beachtet worden.

Der Kreis Steinburg

Der Kreis Steinburg hat am Donnerstag eine Klage angekündigt. Grund dafür ist die geplante Regelung für den Brandschutz im Tunnel: Für den soll die Freiwillige Feuerwehr von Kollmar zuständig sein. Die nördliche Tunneleinfahrt liegt in der 1700-Einwohner-Gemeinde. Der Kreis Steinburg verlangt die Einrichtung einer Werksfeuerwehr für den Tunnel.

Die Gemeinde Kollmar

Die Gemeinde Kollmar selbst will sich ebenfalls vor dem Bundesverwaltungsgericht dagegen wehren, dass ihre Feuerwehr für Brandschutz und Hilfeleistung in dem sechs Kilometer langen Tunnel zuständig sein soll. Sie fühlt sich überfordert.

Nabu und BUND

In ihrer gemeinsamen Klage bemängeln die beiden Naturschutzverbände, dass bei der Planung des Tunnels die Belange des Umwelt- und Artenschutzes nicht ausreichend beachtet worden sind.

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