UKSH Kiel und Lübeck : Weniger Geld für Hochschulmedizin in SH - Opposition entsetzt

Der Eingang des UKSH in Lübeck.
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Der Eingang des UKSH in Lübeck.

„Ein Debakel“ nennt die FDP die Hochschulpolitik in SH. SPD-Fraktionschef Stegner findet die Kritik „grandios dreist“.

shz.de von
14. Januar 2015, 15:39 Uhr

Kiel | Die Politiker in Schleswig-Holstein streiten um die Hochschulpolitik. Die Landesregierung hat angekündigt, die Mittel für die Hochschulmedizin (derzeit 86,2 Millionen Euro) weiter zu kürzen. „Die Wissenschaftspolitik dieser Landesregierung ist ein einziges Debakel“, sagen die FDP-Politiker Christopher Vogt und Heiner Garg dazu. Die Kürzungspläne seien ein weiterer Tiefschlag gegen die Wissenschaft im Land, findet der CDU-Fraktionsvorsitzende und Oppositionsführer im Landtag, Daniel Günther. Die CDU will im Landtag einen FDP-Antrag zur Rücknahme der angekündigten Sparmaßnahmen unterstützen.

Zum Hintergrund: In ihrem Bericht an den Stabilitätsrat über die „Umsetzung des Konsolidierungsprogramms“ teilt die Landesregierung mit, dass der Zuschuss an die Hochschulen für Forschung und Lehre bis 2020 um zehn Millionen Euro gesenkt wird. Möglich sei das durch den Abbau von Professuren, Zusammenlegung von Kliniken und Kürzungen bei Forschungsvorhaben.

Noch für dieses Frühjahr wird ein Kabinettsentwurf angekündigt, der die Zusammenarbeit der Hochschulmedizin in Kiel und Lübeck weiter vorantreiben soll. Unter anderem ist ein „campusübergreifendes Zentrum“ geplant. Der Bericht stammt vom 7. Oktober 2014, die Kürzungen wurden bisher nicht öffentlich diskutiert.

An der Uni Lübeck herrsche „Alarmstimmung“, berichten die Lübecker Nachrichten. Fünf Millionen dieses Sparprogramms würden demnach eine Kürzung des 28-Millionen-Euro-Haushalts um fast 18 Prozent bedeuten.

„Spitzenmedizin braucht Geld – in einer älter werdenden Gesellschaft mehr Geld“, sagt FDP-Gesundheitsexperte Heiner Garg. „Dass die Landesregierung ausgerechnet den Bereich Forschung und Lehre am Universitätsklinikum (UKSH) zum Steinbruch auserkoren hat, und diesem bis 2020 mindestens zehn Millionen Euro Landesmittel entziehen will, ist eine wissenschaftspolitische Bankrotterklärung.“

Anstatt das Uniklinikum leistungsfähiger zu machen, verspiele die Landesregierung das nationale und internationale Renommee des medizinischen Flagschiffes des Landes. Die Küstenkoalition gefährdet damit nicht nur den Erfolg des baulichen Sanierungsprozesses. So werde sie zum „Totengräber des UKSH“.

Vor fast fünf Jahren wollten CDU und FDP die Medizinerausbildung in Lübeck schließen. Verhindert wurden diese geplanten Sparmaßnahmen der schwarz-gelben Landesregierung unter Peter Harry Carstensen durch massive Proteste.

Ralf Stegner, SPD-Fraktionschef im Landtag, bringt das offenbar in Wallung - er setzt gewohnt unverblümt einige Tweets bei Twitter ab. 

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