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Nachhaltige Ernährung : Wende beim Mittag: Kabinett bekommt Biofleisch

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Bildungsministerin Waltraud Wende hat sich darüber beklagt, dass in Kabinettssitzungen Fleisch aus Massentierhaltung serviert wird. Nach langem Streit ändert sich das jetzt.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 01:08 Uhr

Kiel/Berlin | Atommüll, Beamtenbesoldung, HSH Nordbank - es sind heikle Themen, mit denen sich die Regierung von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig derzeit beschäftigen muss. Da ist es gut, dass sie ein weiteres brisantes Problem endlich gelöst hat: einen monatelangen Streit ums Mittagessen bei den wöchentlichen Kabinettssitzungen. Haupt-Streithähne waren die parteilose Bildungsministerin Waltraud Wende und Albigs sozialdemokratischer Staatskanzleichef Stefan Studt.
"Wir haben im Kabinett mehrere Monate darüber diskutiert, ob wir unsere Verpflegung ändern", enthüllt Ministerin Wende nebenbei während einer schulpolitischen Diskussion in Schleswig-Holsteins Berliner Landesvertretung. Konkret sei es darum gegangen, dass es kein Biofleisch gab: "Es war so, dass wir immer Fleisch aus Massentierhaltung bekamen und ich das scheiße fand", erzählt Wende in drastischen Worten. Schließlich stehe es "einer rot-grün-blauen Regierung gut an, so zu handeln, wie wir uns das auch von anderen wünschen". Jedoch habe der für den Ablauf der Kabinettssitzungen zuständige Studt sie und ihre Forderung nach dem teureren Biofleisch "immer wieder abtropfen lassen". Studt sitzt an diesem Abend im Publikum - er ist Gastgeber in der Landesvertretung.

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Bekocht wird das Landeskabinett von der Gefängnisküche der Justizvollzugsanstalt Neumünster - eine Tradition, die schon die schwarz-gelbe Vorgängerregierung pflegte. Biofleisch war dabei nicht vorgesehen. Doch nun hat Wende sich durchgesetzt: "Wir haben diese Woche im Kabinett mit einer starken Mehrheit beschlossen, dass wir ab nächstem Monat nachhaltig ernährt werden", triumphiert die Ministerin, um sich dann an Studt zu wenden: "Und wir haben sogar hinbekommen, dass es kaum eine Preiserhöhung gibt, lieber Stefan." Der liebe Stefan sagt später nur: "Es zeichnet unser Kabinett eben aus, dass wir unterschiedliche Meinungen diskutieren und dann zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen".
Ein Ergebnis übrigens, von dem Ministerin Wende selbst gar nicht direkt profitiert: Sie ist Vegetarierin und bekommt wie einige andere Kabinettskollegen ohnehin schon fleischloses Essen. Das, sagt Studt, gab es bei der schwarz-gelben Koalition von Peter Harry Carstensen nicht.
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