Reformationstag : Weiterer Feiertag in SH: Kein klares Nein der FDP

Christopher Vogt spricht im Landeshaus Kiel.
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Sie wollen ihn eigentlich nicht, aber vielleicht nehmen sie ihn hin: Fraktionschef Christopher Vogt gibt sich ein Stück aufgeschlossen.

Ohne Begeisterung könnte die FDP im Landtag einen neuen Feiertag billigen – wenn man sich denn einigen kann.

shz.de von
26. Januar 2018, 07:39 Uhr

Kiel | Trotz anhaltender Skepsis will die FDP im Kieler Landtag einen zusätzlichen Feiertag offenkundig nicht rigoros ablehnen. Dies signalisierte Fraktionschef Christopher Vogt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Eine Entscheidung ist aber noch offen, wir werden das zeitnah beraten.“ Die FDP habe immer deutlich gesagt, das Thema habe für sie keine Priorität. „Wir wollen zum Süden der Republik aufschließen, indem wir die Bildung und die Wirtschaft stärken, aber nicht unbedingt indem wir die Zahl der Feiertage erhöhen.“

Schleswig-Holstein habe zwar mit die wenigsten Feiertage in Deutschland, sagte Vogt. „Aber ein zusätzlicher Feiertag würde im Wesentlichen von der mittelständisch geprägten Wirtschaft bezahlt werden. Ob das umsetzbar ist, darüber diskutieren wir jetzt.“ Die Jamaika-Koalition zeichne es ja aus, die Argumente der anderen Fraktionen anzuhören, sagte Vogt. „Wir haben dazu im Koalitionsvertrag nichts geregelt, nehmen aber natürlich zur Kenntnis, dass es dazu in Norddeutschland eine Debatte gibt.“

„Wenn man sich auf einen Feiertag einigen kann, sollte das zumindest gemeinsam mit Hamburg geschehen“, sagte Vogt. „Ich persönlich würde mich nicht komplett dagegen sperren, einen christlichen oder religiös begründeten Feiertag zu nehmen – wenn man sich dann einigen kann.“

Das Meinungsbild insgesamt ist im Landtag noch ziemlich bunt. Zuletzt hatte sich der SSW sich für den 13. Juni ausgesprochen. Am 13. Juni 1990 hatte der Landtag eine Landesverfassung beschlossen, die die bis dato geltende Landessatzung ersetzte. Dieses Datum hatte zunächst auch die SPD mit im Blick; sie plädieren mittlerweile aber, wie auch die AfD, für den Reformationstag (31. Oktober). Die CDU ist noch unentschieden. Ein Parteitagsbeschluss fordert einen zusätzlichen christlichen Feiertag im Verbund der norddeutschen Länder. Die Grünen sehen einen kirchlichen Feiertag skeptisch. 

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