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Soldaten in SH : Wehrbeauftragter Bartels plädiert für mehr Familienfreundlichkeit

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Mehr Frauen, mehr Eltern, mehr Brennpunkteinsätze: Die gesellschaftlichen Veränderungen können nicht an der Bundeswehr vorbeigehen. In der Ausbildung kann man aber auch mal auf Bewährtes setzen, findet Bartels.

Flensburg | Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, findet angekündigte Maßnahmen zur familienfreundlicheren Gestaltung des Soldatenberufes dringend notwendig. „Man geht ziemlich verschwenderisch mit der Dienstzeit der Soldaten um“, sagte Bartels. „Zeit muss planbarer sein“, auch in Bezug auf Versetzungen. Immer mehr Frauen kämen zur Bundeswehr, Mütter und Väter wollten beide arbeiten. „Das ist nicht mehr das alte Bild des Soldaten“, dem die nicht arbeitende Ehefrau hinterherziehe. Die Bundeswehr brauche ein anderes, neues Bild. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte schon 2014 gemahnt, Dienst- und Familienzeiten müssten besser aufeinander abgestimmt werden.

Die Ausbildung von Marineoffiziersanwärtern auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ sieht Bartels dagegen nicht als überholt an. „Ich habe mich eingesetzt fürs Segeln“, sagte er. Zudem gebe es ja auch ein neues Konzept, „das noch besser vor Gefahren schützt“. Vor etwa drei Jahren war ein neues Ausbildungskonzept entwickelt worden, das unter anderem eine andere Schulungsart der Ausbilder beinhaltet und den Kadetten einen Übungsmast zum Klettern an Land auf dem Gelände der Marineschule Mürwik in Flensburg bescherte. Es gebe gute Gründe, die Ausbildung auf der „Gorch Fock“ beizubehalten, sagte Bartels. Dazu zählt er etwa Teambildung, die Auseinandersetzung mit Naturgewalten und das Lernen der nautischen „Basics“. Dies sei „auch in der modernen Welt“ wichtig.

Zu dieser gehören inzwischen auch ganz selbstverständlich Einsätze der Bundeswehr im Ausland, aktuell etwa in der Türkei, Mali oder dem Kosovo. Aus Mali habe er bislang keine Rückmeldungen zu etwaigen Problemen erhalten, erzählte Bartels. „Der Einsatz ist kein Sorgenkind.“ Anders sei es bei seinem ersten Besuch gewesen, der ihn ins Kosovo führte. Das dortige Kontingent sei „zusammengesetzt in einer Weise, die den Soldaten Kummer macht“. Sie lernten sich erst vor Ort kennen und kämen aus den verschiedensten Regionen.

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erstellt am 01.Aug.2015 | 09:33 Uhr

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