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Neujahrsempfang des Bundespräsidenten : Vier Schleswig-Holsteiner zu Besuch bei Gauck

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Mit seinem Neujahrsempfang würdigt Bundespräsident Gauck das Ehrenamt. Der Dank gilt auch drei Frauen und einem Mann aus SH. 220 Gäste sind geladen.

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 13:00 Uhr

Berlin | Bundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen angesichts knapper öffentlicher Kassen zu mehr gesellschaftlichem Engagement ermuntert. „Wir werden in Zukunft noch mehr Bürgerinnen und Bürger brauchen, die sich freiwillig für andere einsetzen, auch weil der Staat an finanzielle Grenzen stößt“, sagte Gauck am Donnerstag beim Neujahrsempfang zu Ehren von engagierten Bürgern. Das Staatsoberhaupt empfängt traditionell Spitzen der Politik, Wirtschaft, Kultur und dem öffentlichen Leben, um Neujahrsglückwünsche entgegen zu nehmen.

Zu dem Empfang in Gaucks Amtsitz, dem Schloss Bellevue in Berlin, und dem gemeinsamen Mittagessen sind auch rund 60 Bürger aus allen Bundesländern eingeladen, die sich besonders engagieren. Vier von ihnen kommen aus Schleswig-Holstein. Dilek Agdan aus Bad Bramstedt ist Vorsitzende des Frauenausschusses der Bramstedter Moschee. Sie engagiert sich seit vier Jahrzehnten für die Integration türkischer Familien im Kreis Segeberg. Frauke Alberts aus Garding ist Hauswirtschaftsmeisterin und seit Jahrzehnten ein tragendes Mitglied der dänischen Minderheit auf Eiderstedt.

Veljko Tomovic aus Kiel engagiert sich seit seinem 14. Lebensjahr in verschiedenen Ehrenamtsprojekten. 2011 rief er zusammen mit dem „nette-kieler Ehrenamtsbüro“ und einer Agentur eine Internetseite ins Leben, über die sich Jugendliche über ehrenamtliches Engagement informieren können. Barbara Winkler aus Flensburg setzt sich seit den 80er Jahren für das Gemeinwohl ein. Sie hat sich im Bereich der Integration sowie um die Rechtsstellung von Frauen und die Bekämpfung von Frauenarbeit verdient gemacht, würdigt das Bundespräsidialamt.

Es gebe in Deutschland zwar viel ermutigendes Engagement, aber „auch erschreckende Gleichgültigkeit“, sagte Gauck. Wo sie herrsche, sei ein gutes und vielfältiges Leben kaum möglich. „Und die Demokratie, die doch vom Gemeinsinn lebt, kann dort nicht gedeihen.“ Im Osten Deutschlands fehle es an Ärzten und Bäckern, Bussen und Bibliotheken. „Statt aber zu klagen, versuchen viele Bewohner, ihr Leben zu gestalten. Diese Haltung bewundere ich sehr“, sagte Gauck.

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