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Bundestagswahl 2013 : Viele Schleswig-Holsteiner haben schon gewählt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wahlleiter erwarten für die Bundestagswahl 2013 einen neuen Briefwahl-Rekord. Spätestens heute müssen die Umschläge bei der Post abgegeben werden, damit die Stimmen mitgezählt werden.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2013 | 00:36 Uhr

Die Zahl der Briefwähler für die Bundestagswahl am Sonntag läuft in Schleswig-Holstein auf eine neue Rekordmarke zu. Nach einer Umfrage unserer Zeitung haben wenige Tage vor der Entscheidung bereits deutlich mehr Wahlberechtigte als zum gleichen Zeitpunkt 2009 ihre Stimme abgegeben.

Die Landeshauptstadt Kiel übergab bis zum vergangenen Mittwoch 29 828 Briefwahl-Unterlagen – ein Plus von mehr als 13 Prozent im Vergleich zu 2009, vier Tage vor der damaligen Wahl. Lübeck gab bis zum 13. September 20 998 Wahlscheine aus. Das waren rund zwölf Prozent mehr als eine Woche vor der Wahl 2009.

Nicht nur in den großen Städten ist ein Trend zur Briefwahl erkennbar. Auch Schleswig (plus 19,3 Prozent), Eckernförde (plus 14,8 Prozent), Altenholz bei Kiel (plus 17,4 Prozent) oder das Amt Südtondern melden deutlich gestiegene Zahlen bei den Briefwählern. Einige Unterlagen hatten dabei eine weite Reise vor sich, beispielsweise nach Bolivien, China sowie Amerika, berichtet Wahlexperte Lars Feddersen vom Amt Südtondern.

„Die Briefwahl gewinnt immer mehr an Bedeutung, Rückschlüsse auf die tatsächliche Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl am Sonntag sind aber dadurch nicht möglich“, sagte Hans-Jürgen Thiel von der Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin. Gemeinden und Städte in Schleswig-Holstein meldeten ein reges Interesse an der Möglichkeit der Briefwahl. Seit 2009 müssten Wahlberechtigte keinen Grund mehr nennen, wenn sie Briefwahl-Unterlagen anfordern.

Briefwähler sollten ihre Stimme für die Bundestagswahl möglichst noch heute in die Post geben, damit sie noch rechtzeitig ankommt und nicht verfällt. Spätestens bis zum dritten Werktag vor der Wahl sollten Briefwahlstimmen unterwegs sein, hatte Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler kürzlich betont.

In den Parteizentralen wird mit Spannung nicht allein auf das Ergebnis der Wahl am Sonntag, sondern auch auf die Wahlbeteiligung geschaut. Schleswig-Holsteins SPD-Spitzenkandidat Ernst Dieter Rossmann zeigte sich gestern in Kiel zuversichtlich, dass dieser Trend am Sonntag wieder nach oben zeigt. Eine höhere Wahlbeteiligung sei angesichts des Runs auf die Briefwahl „fast zu erwarten“. SPD-Chef Ralf Stegner ist da weniger optimistisch und fürchtet angesichts des „einschläfernden Wahlkampfs der CDU“ eine „eher geringe Beteiligung“.

Vor vier Jahren lag die Beteiligung bundesweit bei 70,8 Prozent, das war die niedrigste Quote seit Bestehen der Bundesrepublik. In Schleswig-Holstein war die Wahlbeteiligung mit 73,6 nur geringfügig höher. 2,257 Millionen Menschen sind zwischen Nord- und Ostsee wahlberechtigt, rund 84 300 mehr als bei der Wahl 2009. Dies liegt daran, dass mehr Menschen in den Norden gezogen sind.

 

 

 

 

 

 

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