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Kernkraft in SH : Vattenfall stellt Antrag auf Zwischenlager beim AKW Brunsbüttel

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Am stillgelegten Kernkraftwerk Brunsbüttel soll ein Zwischenlager entstehen. Einen entsprechenden Antrag hat der Betreiber jetzt gestellt. Hintergrund ist laut Vattenfall die verspätete Inbetriebnahme des Endlagers Schacht Konrad.

Brunsbüttel | Der Betreiber des stillgelegten Atomkraftwerks Brunsbüttel hat den Bau eines Zwischenlagers für schwach- und mittelradioaktive Stoffe auf dem Kraftwerksgelände beantragt. Hintergrund sei die erheblich verspätete Inbetriebnahme des Endlagers Schacht Konrad, teilte das Energieunternehmen Vattenfall am Dienstag mit. In dem Lager sollen Abfälle aus dem Rückbau und Betriebsabfälle so lange gelagert werden, bis Schacht Konrad zur Verfügung stehe. Dazu gehören neben den in den unterirdischen Kellerräumen, sogenannten Kavernen, gelagerten Abfälle auch solche, die in den beiden Transportbereitstellungshallen aufbewahrt werden. Ebenso ist das Zwischenlager für Abfälle aus der belgischen kerntechnischen Anlage Mol vorgesehen, die bereits in einer Kaverne auf dem Gelände lagern.

„Mit dem Rückbau von Schleswig-Holsteins ältestem Atomkraftwerk wird der Atomausstieg vollzogen“, sagte Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne). „Dazu gehört es auch, die schwach- bis mittelradioaktiven Abfälle so sicher wie möglich auf dem Gelände des Kernkraftwerks Brunsbüttel zu lagern, bis das dafür vorgesehene Endlager Schacht Konrad zu Verfügung steht.“

In Brunsbüttel lagern in sechs unterirdischen, wegen der Enge nicht begehbaren Betondepots insgesamt 631 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen - Filterharze, Verdampferkonzentrate und Mischabfälle aus dem Reaktorbetrieb. Einige der Fässer sind rostig, wie Anfang des Jahres bei einer Kamera-Inspektion der ersten Kaverne entdeckt worden war. Für Mitarbeiter des AKW und die Bevölkerung bestehe aber keine Gefahr, teilte das Ministerium damals mit. Es wird damit gerechnet, dass beim Inspizieren der anderen Kellerräume weitere rostige Fässer gefunden werden.

Die rostenden Müllfässer waren ursprünglich nur für wenige Jahre Lagerung gedacht, liegen aber jetzt bereits mehr als 30 Jahre in Brunsbüttel. Sie sollten ursprünglich bereits Mitte der 90er Jahre in das bundesweite Endlager für schwach- und mittelaktive Abfälle Schacht Konrad gebracht werden. Aktuell rechnet das Bundesumweltministerium laut Vattenfall mit einer Inbetriebnahme zwischen 2021 und 2025.Die Reaktorsicherheitsbehörde werde den Antrag auf Errichtung eines Zwischenlagers für schwach- bis mittelradioaktive Abfälle gründlich prüfen, teilte das Ministerium weiter mit. Außerdem habe die Behörde Vattenfall aufgefordert, zu diesem Lager eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung vorzunehmen. Die Einhaltung der radiologischen Grenzwerte müsse gewährleistet sein, sagte Habeck.

Sicherheit und Vorsorge habe oberste Priorität  Vattenfall kündigte weitere ausführliche Informationsveranstaltungen an, damit die Anwohner über die Entwicklungen rund um den Rückbau und das geplante Zwischenlager auf dem Laufenden bleiben.

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erstellt am 06.Mai.2014 | 20:29 Uhr

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