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Krisengipfel zur Lehrerausbildung : Uni-Streit: Flensburg ohne Physik und Chemie

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Heute soll es Details des Krisengipfels vom Dienstag geben. Klar ist nach shz.de-Informationen: Flensburg verliert Fächer.

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2014 | 16:41 Uhr

Kiel | In Flensburg wird es laut Informationen von shz.de keine Ausbildung in Physik und Chemie für die Sekundarstufe II geben. Das ist ein Ergebnis des Krisengipfels vom Dienstag. Der war einberufen worden, um eine Einigung im heftigen Streit zwischen den Universitäten in Flensburg und Kiel zu erzielen. Mit dabei war Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos), die wegen des geplanten Ausbaus der Uni Flensburg in der Kritik steht. Oppositionsvertreter forderten sogar ihren Rücktritt. Die genauen Ergebnisse des Gipfels sollen am Mittwoch bekannt gegeben werden, nachdem die Uni-Gremien informiert wurden.

Die offizielle Version lautet bislang: Es wurde ein für alle Seiten akzeptabler Kompromiss erreicht. „Einigung erzielt“, lautete der einzige Kommentar Wendes, als sie am Journalistenpulk vorbei das Ministerium mit ihrem Norfolk-Terrier „Wolpino“ an der Leine verließ.

SPD-Fraktionschef Ralf Stegner sagte, Flensburg werde eine zweistellige Zahl von Fächern für die Sekundarstufe II erhalten. Bislang waren 13 geplant. Physik und Chemie galten als Wackelkandidaten, weil die nötigen neuen Laborkapazitäten besonders teuer sind. Nach unbestätigten Informationen soll die Flensburger Uni stattdessen in den naturwissenschaftlichen Fächern weiterhin Lehrer für die Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 10) ausbilden.

Drei weitere Fächer zu den bisherigen sieben könnten in Flensburg unproblematisch aufgebaut werden, hieß es. Die Tatsache, dass trotz des Fehlens der teuren Fächer Physik und Chemie bis zu 1,5 Millionen Euro für Investitionen ausgegeben werden sollen, begründeten die Fraktionsspitzen damit, dass auch die anderen nun auszubauenden Fächer Investitionsbedarf hätten.

Unterdessen deutet sich an, dass die Reform der Lehrerbildung in Schleswig-Holstein eventuell doch erst nach der Sommerpause beschlossen wird. Die Koalitionsfraktionen strebten weiter den Juli an, sagte SPD-Fraktionschef Ralf Stegner. Spätestens im September werde der Landtag entscheiden. Die Aufforderung der Opposition, das Gesetz zurückzuziehen, bezeichnete Stegner als absurd. Die Lösung werde Kiel nicht schaden und Flensburg stärken, sagte SSW-Fraktionschef Lars Harms.

Als einziges konkretes Ergebnis des Krisengipfels teilte Schunck bereits mit, der von Wende vorgesehene Sekundarlehrer mit der Unterrichtserlaubnis für die Klassen 5 bis 13 an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen werde eingeführt - „vorausgesetzt das Parlament stimmt der Gesetzesvorlage zu“. Die Frage, ob damit die Ausbildung von Lehrern zur Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 10) in Flensburg komplett abgeschafft werde, ließ er offen. Nach dem Willen von SPD, Grünen und SSW sollen in der Regel alle Lehrer für die Sekundarstufen I und II qualifiziert werden. Für Technik und Naturwissenschaften soll aufgrund des Mangels an Lehrern und Studenten geprüft werden, ob vorübergehend auch Sek I angeboten wird. Dafür hatten sich die Grünen eingesetzt.

Die Regierungsfraktionen bekräftigten ihre Zustimmung zum Sekundarlehrer: „Das ist die beste Antwort auf die bestehende Wahlfreiheit zwischen Gemeinschaftsschulen und Gymnasien und das ist die beste Antwort auf eine sich angesichts der demografischen Entwicklung verändernde Schulentwicklung.“ Die Opposition von CDU und FDP hat vor der Einführung eines Einheitslehrers gewarnt, im Kern gehe es um die langfristige Abschaffung des Gymnasiums.

Umstritten war die Aufteilung der künftigen Lehrerausbildung an den beiden Hochschulstandorten. Ursprünglich sollte in Flensburg die Ausbildung für 7 Fächer, später dann in 13 Fächern für Sekundarlehrer von Klasse 5 bis Klasse 13 ausgebaut werden. Bisher werden dort nur Lehrer für den Unterricht bis zur zehnten Klasse ausgebildet. Die Kieler Universität betrachtete die überraschende Ausweitung der Kapazitäten in Flensburg als Wort- und Vertrauensbruch und befürchtete die Verschiebung von Finanzmitteln zu ihren Lasten nach Flensburg.

Wie schon im April steht Waltraud Wende auch in der Mai-Sitzung des Kieler Landtags im Blickpunkt. Zum Auftakt der dreitägigen Beratungen wird die Opposition am heutigen Mittwoch versuchen, Wende in Bedrängnis zu bringen. Anlass ist die umstrittene Rückkehroption, die sie vor ihrem Wechsel in das Kabinett mit der Universität Flensburg vereinbart hatte. Dort war sie bis dato Präsidentin. CDU und FDP sehen in der Rückkehroption einen Interessenkonflikt, weil Wende als Ressortchefin einen Ausbau „ihrer“ Flensburger Hochschule vorangetrieben hat. Obwohl Wende und die Universität die Rückkehroption inzwischen widerrufen haben, sind aus Sicht der Opposition noch viele Fragen ungeklärt.

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