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Umstrittene Rückkehroption : Uni Flensburg: 8000 Euro Monatsgehalt für Wende

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Nach der Kritik um Waltraud Wende geht diese in die Offensive. Die Bildungsministerin veröffentlichte am Freitag den Beschluss der Hochschule zu ihrer Rückkehroption an die Universität Flensburg.

Kiel/Flensburg | Nach heftiger Kritik hat Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) ihre umstrittene Rückkehroption an die Uni Flensburg veröffentlicht. „Ich habe nichts zu verbergen“, sagte Wende am Freitag und veröffentlichte den entsprechenden Beschluss der Hochschule vom 30. Mai 2012. Nach Bekanntwerden der Rückkehroption im April hatte die frühere Flensburger Uni-Präsidentin versichert, davon nicht Gebrauch zu machen. Die Opposition im Landtag hatte Wende vorgeworfen, mit dem Ausbau der Uni Flensburg Eigeninteressen zu verfolgen. Es würde dadurch erst eine Professur geschaffen, wie sie Wende gegebenenfalls bekommen könnte.

In dem Beschluss wird Wende die „verbindliche Bereitschaft“ zugesagt, „nach einem Ausscheiden aus dem Ministeramt an der Universität Flensburg eine W3-Professur für Literatur- und Medienwissenschaften zu übertragen und die Vergütung entsprechend auszustatten“. Demnach hätte sie zunächst ein einjähriges bezahltes „Sabbatical“ und dann eine Professur samt Zulage bekommen - monatlich etwa 8000 Euro. Wende habe nach Auffassung der Hochschule Anspruch auf Übertragung eines Amtes als Professorin, heißt es in dem Beschluss. Neben der Grundvergütung wurde Wende zusätzlich eine Leistungszulage zugesagt, wie sie bereits als Uni-Präsidentin erhalten hatte. Diese Vergütung werde aber nicht zusätzlich zu einer etwaigen Ministerversorgung und zu Übergangsgeldern gewährt.

„Das jetzt vorgelegte Gutachten sowie der Präsidiumsbeschluss der Universität Flensburg belegen, dass es sich bei diesem Vorgang um eine dreiste Form der Selbstbegünstigung handelt“, sagte Wolfgang Kubicki, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion am Freitag.

Das Präsidium der Universität Flensburg fasse im Hinblick darauf, dass die Universitätspräsidentin Professor Waltraud Wende Ministerin wird, einen rechtswidrigen Beschluss. Die Hochschule verspreche ihr im Anschluss an die Ministerzeit eine Professur, die Flensburg aber weder habe, noch durch das Präsidium frei vergeben werden könne, erklärt Kubicki in einer Pressemitteilung weiter. Auch für das Berufungsverfahren gebe es gesetzliche Vorgaben.

„Es ist schon besorgniserregend, mit welcher Leichtigkeit sich Einrichtungen, die vom Steuerzahler finanziert werden, über Recht und Gesetz hinwegsetzen. Frau Professor Wende sollte die notwendigen Konsequenzen ziehen“, sagte Kubicki.

„Die heutige Veröffentlichung war kein Befreiungsschlag, sondern macht alles nur noch schlimmer“. Die Sondervereinbarung hätte Wende „deutlich besser“ gestellt, als zu ihrer Zeit als Uni-Präsidentin in Flensburg. „Darüber hinaus hat sie sich auch Begünstigungen zusagen lassen, die durch unser Hochschulgesetz nicht gedeckt sind“, kritisierte CDU-Fraktionschef Johannes Callsen. FDP und CDU haben Wende den Rücktritt nahegelegt.

Das W3 Grundgehalt beträgt in Schleswig Holstein 5826 Euro. Wende erhielt als Uni-Präsidentin eine dynamisierte Funktionsleistungszulage von anfänglich 2150 Euro. Als Grund wurde genannt, dass Wende zuvor als Professorin im niederländischen Groningen mehr verdiente als die deutsche W3-Stufe und Wende nach einem Ausscheiden aus dem Ministeramt eine vergleichbare Position wie zuvor als Uni-Präsidentin zustehe.

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erstellt am 16.Mai.2014 | 13:45 Uhr

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