Schleswig-Holstein : Truppenabbau mit glimpflichen Folgen?

Die Kieler Landesregierung geht davon aus, dass Schleswig-Holstein beim bevorstehenden Truppenabbau glimpflich davonkommt.

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10. Oktober 2011, 09:48 Uhr

Kiel/Berlin | "Ich habe den Eindruck, dass die Interessen Schleswig-Holsteins ein offenes Ohr gefunden haben", sagte Ministerpräsident Peter Harry Carstensens Staatskanzleichef Arne Wulff (CDU) dem sh:z. Wulff war vergangene Woche für das Land zu einem längeren Gespräch im Verteidigungsministerium. Konkrete Entscheidungen habe er allerdings noch nicht erfahren.
Vor allem drei Punkte seien wichtig für Schleswig-Holstein, erklärte Wulff: "Wir wollen Einheiten behalten, die in Katastrophenfällen helfen können, wir wollen kein heeresfreies Land werden und wir wollen weiterhin Kommandostrukturen im Land haben." Für die Katastrophenhilfe ist das Spezialpionierbataillon in Husum mit seinem schweren Gerät besonders geeignet. Wulff sagte allerdings, es gehe vor allem darum, dass im Notfall schnell viele Soldaten vor Ort bereit stünden. Auch deshalb sei es wichtig, dass ein Heeresstandort im Norden bleibe. Die Zukunft der Husumer Pioniere ist ungewiss, weil Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) eines der beiden Spezialpionierbataillone in Deutschland schließen will.
Wulff: "Es war ein gutes Gespräch"
Wulff räumte ein: "Wir wissen, dass wir einiges verlieren werden." Doch sei er nicht zuletzt deshalb zuversichtlich, mit den Wünschen des Landes im Ministerium Gehör zu finden, weil man funktional argumentiert habe und nicht regionalpolitisch. "Es war ein gutes Gespräch", sagte Wulff. Auch de Maizière will seine Pläne vor allem an Funktionalität und Kosten ausrichten. Am 26. Oktober wird er seine Stationierungsbeschlüsse verkünden.
Klar ist schon, dass die Marine in Kiel und Eckernförde eher gestärkt wird. Auch gilt als sehr wahrscheinlich, dass der Heeresstandort Eutin mit dem Aufklärungsbataillon 6 erhalten bleibt. Unsicher ist dagegen unter anderem die Zukunft der Spezialpioniere in Husum, des Lufttransportgeschwaders in Hohn bei Rendsburg und der Wehrbereichsverwaltung in Kiel. Ebenso ist ungewiss, ob das neue Führungskommando der Marine in Glücksburg bleibt oder nach Kiel oder Rostock geht. Schleswig-Holstein ist mit 25.700 Dienstposten bei 2,8 Millionen Einwohnern das Bundesland mit der höchsten Truppendichte.

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