zur Navigation springen

Ex-Ministerpräsident : Torsten Albig geht über ein Interview auf Jobsuche in der Wirtschaft

vom
Aus der Onlineredaktion

Albig bekundet seine Qualitäten als Jurist oder Verwaltungsprofi und sagt: „Ich muss nicht die Nummer eins sein.“

von
erstellt am 12.Sep.2017 | 14:25 Uhr

Kiel | Er war fünf Jahre lang Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und noch dazu drei Jahre Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel, jetzt ist Torsten Albig (SPD) wieder auf Jobsuche. Vier Monate nach seiner Niederlage gegen Daniel Günther (CDU) sagte der 54-Jährige im Interview mit dem Redaktions-Netzwerk Deutschland (RND), er plane eine neue berufliche Zukunft, „zum Beispiel, in dem ich als Jurist, Verwaltungsprofi und Generalist die Verantwortung für die Kommunikation oder andere Prozesse eines großen Unternehmens übernehme.“

Zwar seien ehemalige Ministerpräsidenten nicht leicht vermittelbar, der ehemalige Regierungschef beteuerte in dem Interview aber, sich unterordnen zu können. „Ich muss nicht immer die Nummer eins sein – ich kann sehr gut in einem Team arbeiten“, so Albig. Jeder, der eine Regierung geführt habe, wisse die Bedeutung der zweiten Reihe zu schätzen. Ein Jobangebot hat der Ex-Ministerpräsident dem Bericht zufolge noch nicht vorliegen.

Der Ex-Ministerpräsident hatte im Juni eine herbe Wahlniederlage eingefahren und sich anschließend komplett aus der Politik zurückgezogen. Auch in der eigenen Partei wurde für das schlechte Abschneiden der SPD bei der Landtagswahl Albig wegen seines Interviews mit der Bunten verantwortlich gemacht. Der ehemalige Regierungschef hatte darin über die Trennung von seiner Frau gesprochen und erzählt, dass er sich mit ihr kaum noch „auf Augenhöhe ausgetauscht“ habe, weil sie „in der Rolle als Mutter und Managerin unseres Haushalt gefangen“ gewesen sei. Der „Spiegel“ nannte ihn daraufhin „einen selbstgefälligen Macho, der noch einmal nachtritt“.

Torsten Albig war von 2009 bis 2012 Oberbürgermeister in Kiel und von 2012 bis zum 28. Juni 2017 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein. Er führte in dieser Funktion die Küstenkoalition aus SPD, Grüne und SSW. Zuvor war er als 1998 bis 2001 Sprecher des Bundesfinanzministeriums und ein knappes Jahr 2001 als Konzernsprecher der Dresdner Bank tätig.

Um seine Finanzen muss sich Torsten Albig aktuell noch keine Sorgen machen. Als ehemaliger Ministerpräsident bekam er nach seinem Ausscheiden drei Monate lang das volle Gehalt von 13.800 Euro ausgezahlt und bezieht jetzt bis zum 24. Monat 7000 Euro. Ministerpräsidenten, die mindestens fünf Jahre im Amt waren, haben zudem ab dem 62. Lebensjahr Anspruch auf eine Pension von 25 Prozent des Grundgehalts – rund 3300 Euro.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen