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Bundeswehr-Einsatz : Syrien-Konflikt: 100 Soldaten machen sich auf den Weg

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Im Dezember startete das Vorkommando. Heute und morgen fliegen weitere Soldaten ab. Jetzt wird es ernst.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2016 | 14:11 Uhr

Hamburg | Zu ihrem Syrien-Einsatz sind am Montag rund 100 weitere Soldaten der Luftwaffe gestartet. In einem Airbus hoben sie von Hamburg aus Richtung Nato-Stützpunkt Incirlik in der Türkei ab, wie ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin sagte.

Der Einsatz in Syrien ist eine Reaktion auf die Terroranschläge in Paris im November 2015. Deutschland spricht offiziell nicht von einem Krieg, schickt aber Soldaten zur Unterstützung seiner Bündnispartner. Der Großteil der Truppe kommt aus Jagel im Kreis Schleswig-Flensburg.

Am Dienstag folgen vier „Tornado“-Aufklärungsjets in die Türkei: Zwei vom Fliegerhorst Jagel im Kreis Schleswig-Flensburg und zwei aus Büchel in Rheinland-Pfalz. Von Mitte Januar an sollen insgesamt sechs „Tornados“ zu Aufklärungsflügen nach Syrien abheben. Sie sind Teil des deutschen Beitrages zum internationalen Militäreinsatz im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Am Montag machten sich Piloten, Techniker und Bodenpersonal auf den Weg, sagte der Sprecher. Auch Fachleute, die das Bildmaterial der geplanten Aufklärungsflüge auswerten sollen, gehörten zum Team. Der größte Teil der Soldaten komme aus Jagel, weitere aus Büchel sowie vom Zentrum Luftoperationen am Standort Kalkar/Uedem in Nordrhein-Westfalen. Am Dienstag werden jeweils ein Pilot und ein Waffensystemoffizier an Bord der „Tornados“ abheben. Auf ihrem Weg in die Türkei werden sie zwischendurch in der Luft betankt, sagte der Sprecher.

Mitte Dezember war bereits ein Team mit zwei „Tornados“ als Vorkommando nach Incirlik gestartet. Es habe mit einer Reihe von Flügen zur Orientierung, Einweisung und Luftbetankung den Einsatz vorbereitet. Jene Maschinen werden voraussichtlich in der zweiten Januarwoche durch andere „Tornados“ aus Deutschland mit Aufklärungstechnik ersetzt. Der Einsatz in Syrien gilt als eine der heikelsten Missionen in der Geschichte der Bundeswehr.

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Foto: dpa
 

Für die Mehrheit der Deutschen ist der Syrien-Einsatz der Bundeswehr Krieg. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sagten 55 Prozent, sie würden die Unterstützung der Luftangriffe gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) als Krieg bezeichnen. Nur 35 Prozent würden das Wort nicht verwenden. Die Bundesregierung vermeidet das Wort Krieg im Zusammenhang mit dem Syrien-Einsatz. Begründung: Krieg gebe es völkerrechtlich gesehen nur zwischen zwei Staaten und man wolle den IS nicht als Staat anerkennen.

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