Kiel : Susanne Gaschke tritt zur OB-Wahl an

Will Kiels neue Oberbürgermeisterin werden: Susanne Gaschke. Foto: dpa
Will Kiels neue Oberbürgermeisterin werden: Susanne Gaschke. Foto: dpa

Elf Wochen vor der Oberbürgermeister-Wahl in Kiel sind bei der SPD die Kandidaten-Würfel gefallen: "Zeit"-Journalistin Susanne Gaschke soll antreten.

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13. August 2012, 04:54 Uhr

Kiel | Gaschke setzte sich bei einer Mitgliederversammlung des Kreisverbandes am Sonnabend gegen drei Mitbewerber durch. Außer Gaschke wollten auch Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler, der Marine-Offizier Jan Christian Kaack und der Leitende Beamte Thomas Engel aus dem Bildungsministerium Verwaltungschef werden. Kiel muss einen neuen Oberbürgermeister wählen, weil Ex-Amtsinhaber Torsten Albig zur Landtagswahl im Norden in die Landespolitik wechselte und inzwischen Ministerpräsident ist.
Gaschke setzte sich nach Angaben von Kreisverbandsschriftführer Lars Juister erst im zweiten Wahlgang knapp mit 145 zu 143 Stimmen gegen Söller-Winkler durch. Kaack und Engel, denen von vornherein nur Außenseiterchancen eingeräumt worden waren, hatten nach einem schwachen Abschneiden im ersten Wahlgang auf ein Antreten im zweiten Durchgang verzichtet.
Vier Bewerber mit unterschiedlichen Voraussetzungen
Die SPD will die OB-Wahl in ihrer alten Hochburg Kiel unbedingt gewinnen, auch weil das für sie Rückenwind zur Kommunalwahl ein halbes Jahr später bedeuten würde. Die CDU wird höchstwahrscheinlich Ex-Stadtkämmerer Gert Meyer ins Rennen schicken, die Grünen ihren Landtagsfraktionsvize Andreas Tietze. Auch für die Arbeit auf lokaler Ebene wäre ein Erfolg wichtig für die SPD. Sie kooperiert in der Ratsversammlung - wie im Land - mit Grünen und SSW. Die Bündnispartner haben eine knappe Mehrheit im Stadtparlament.
Die vier SPD-Bewerber waren mit unterschiedlichen Voraussetzungen in das Rennen gegangen. Im Gegensatz zu ihren Konkurrenten hat Gaschke keine Verwaltungs- und Führungserfahrungen. Dafür ist sie seit Jahrzehnten in der Partei verwurzelt, wie auch Engel. Söller-Winkler dagegen trat erst mit ihrer Bewerbung zur OB-Kandidatur in die SPD ein. Kaack ist parteilos, bekennt sich aber klar zur sozialdemokratischen Programmatik.
Die mit viel fachlicher Kompetenz und Erfahrung ausgestattete Söller-Winkler war offenkundig die Favoritin führender Sozialdemokraten auf lokaler und Landesebene. Gaschke konnte dagegen eine gute Vernetzung in der Partei vor allem in der jüngeren Mitgliederschaft in die Waagschale werfen. Sollte Gaschke Oberbürgermeisterin werden, wäre zum ersten Mal eine SPD-Frau Verwaltungschefin in Kiel. Die SPD hatte jahrzehntelang den Oberbürgermeister gestellt, bis 2003 Angelika Volquartz von der CDU gewählt wurde. Sie verlor dann 2009 gegen Albig.

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