Atommüll : Suche nach Endlager: Habeck kritisiert Sachsens „Kirchturmdenken“

<p>Fässer mit Atommüll lagern in einem Zwischenlager in Karlsruhe.</p>
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Fässer mit Atommüll lagern in einem Zwischenlager in Karlsruhe.

Wo entsteht ein Atommüllendlager in Deutschland? Sachsen stellte einen mühsam erreichten Kompromiss in Frage.

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27. März 2017, 17:19 Uhr

Kiel/Berlin | Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck (Grüne) hat Sachsen fehlende staatspolitische Verantwortung bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager in Deutschland vorgehalten. „Von diesem Kirchturmdenken habe ich die Nase voll“, kritisierte Habeck am Montag in Kiel. „Sachsen stellt den mühsam errungenen Kompromiss der Endlagersuchkommission in Frage, um sich selbst aus dem Spiel zu nehmen.“

Ziel ist, bis 2031 einen Ort zu finden, an dem hoch radioaktiver Atommüll aus Reaktoren eine Million Jahre lang lagern kann.

Dabei sei der Kompromiss nach Jahrzehnten des harten Konflikts nur möglich, weil es keine Festlegung auf Salz gebe, sondern auch Tongestein und Granit in den Blick genommen werden. Nur das ermögliche eine Suche auf einer weißen Landkarte. „Wir müssen endlich mit der Endlagersuche beginnen - fair, transparent und verantwortungsvoll“, mahnte Habeck.

Sachsen und Bayern scheiterten am Montag mit dem Versuch, dem Gesetz für die Suche nach einem Endlager auf den letzten Metern Steine in den Weg zu legen. Vor der geplanten Verabschiedung im Bundesrat an diesem Freitag hatten beide Länder Anträge beim Umweltausschuss eingereicht, fanden dafür aber am Montag keine Mehrheit. Die beiden Bundesländer kritisieren die Gleichbehandlung von kristallinem Gestein, das in beiden Ländern vorkommt, als mögliche unterirdische Endlagerstätte. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) kritisierte, sie wollten sich aus der Verantwortung stehlen.

Der Bundestag hatte vergangene Woche das Gesetz verabschiedet, das Regeln für die Suche nach einem Endlager vorgibt.

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