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Überfüllte Vorlesungen : Studierende in SH schreiben Frust-Brief an die Politik

vom
Aus der Onlineredaktion

Überfüllte Vorlesungen und verschimmelte Gebäude: Die Studierenden machen ihrem Ärger über die Situation an den Hochschulen Luft - und rufen zu Aktionen auf.

shz.de von
erstellt am 19.Nov.2014 | 12:32 Uhr

Kiel | Die Studierenden in Schleswig-Holstein schlagen Alarm: In einem offenen Brief fordern sie die Politik auf, ihnen eine Antwort zu geben. Auf die Frage: Wie soll es mit den Hochschulen und damit dem Studium in Schleswig-Holstein weitergehen? Sie bemängeln die Unterfinanzierung im Hochschulbereich. Diese präge das Studium im Land bereits seit Jahrzehnten. Doch jetzt reicht es ihnen endgültig.

Die aktuelle Situation, einige Wochen nach Vorlesungsbeginn, breche alle Rekorde. In dem Brief listen die Sprecher des Landes-Asta – das Organ der Studierenden – einige Mängel exemplarisch auf: „Wegen Überfüllung abgebrochene Vorlesungen, Sprachkurse mit über 50, Seminare mit weit mehr als 100 Studierenden in einem Seminarraum.“ Die Rede ist außerdem von Fließbandbetreuung und verschimmelten Gebäuden. Der Frust bei den Studierenden steige kontinuierlich.

Immer mehr Studierende, aber keine adäquate personelle, finanzielle und räumliche Ausstattung: Es ist nicht das erste Mal, dass die Leidtragenden auf die prekäre Situation aufmerksam machen. Zuletzt vor der Landtagswahl 2012. Bei der Kampagne „Zukunftspakt Hochschulen” nahm auch der damalige Präsident der FH Lübeck, Prof. Stefan Bartels, Stellung:

Schon jetzt ist die Lage dramatisch. Der Blick in die Zukunft besorgt die Landes-Asten umso mehr. Sie wollen von der Politik wissen: „Wie soll bei dem doppeltem Abiturjahrgang 2016 eine ausreichende Versorgung mit sozialer Infrastruktur (Mensen, Wohnheime, soziale und psychologische Beratung) gewährleistet werden?“ Sie spüren „ein System, das zu bersten droht“, heißt es in dem Brief weiter.

In den Kieler Nachrichten äußert sich auch Prof. Lutz Kipp, Präsident der Kieler Universität, zur Lage an seiner Hochschule. Demnach studierten zurzeit 25.000 Menschen an der für nur 14.000 Studierende ausgelegten Universität. Beim doppelten Abiturjahrgang rechne er mit etwa 28.000 Studierenden.

Wie sehr die Elite von morgen unter der Situation leiden muss, soll sie nicht für sich behalten: Der Asta der Uni Kiel bittet auf seiner Homepage und auf Facebook um Feedback: „Berichte uns von deinen Erlebnissen an einer Uni ohne Geld“. Ob überfüllte Vorlesungen, vergriffene Bücher oder zu wenige Kurse – die Studierenden sollen ihrem Ärger Luft machen.

Und der Asta suchte bereits direkten Kontakt zur Politik: Am Dienstag überreichte er SPD-Landeschef Ralf Stegner bereits die Geschichten frustrierter Kommilitonen, die ihn und die Landesregierung zum Nachdenken anregen sollen.

Und der Asta der Uni Kiel verspricht: „Wir bleiben dran, die Aktionen gehen weiter!“

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