Heftige Kritik aus SH : Stromtrassen-Vorschlag aus Bayern: Habeck attackiert Seehofer

„Mehr Sankt Florian geht nicht“, sagt der SH-Energieminister. Der Grund: Eine Idee der CSU über den Verlauf der Trasse.

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18. Mai 2015, 14:13 Uhr

Kiel | Mit dem Vorschlag, die umstrittene geplante Stromtrasse SuedLink nach Westen zu verschieben, stößt Bayern auf heftige Kritik aus Schleswig-Holstein. „Mehr Sankt Florian (Verschon' mein Haus, zünd' andere an) geht nicht“, sagte Energieminister Robert Habeck (Grüne) am Montag „Es ist schwer erträglich, welche Verantwortungslosigkeit bei der CSU grassiert - immer schön nach dem Motto ,Not in my backyard' - nicht in meinem Hinterhof.“ Die CSU solle sich in Anlehnung an diesen englischen Spruch in Nimby-Partei umbenennen.

SuedLink soll Strom aus Windanlagen in der Nordsee in den Süden bringen, um dort die Energieversorgung zu gewährleisten, wenn bis 2022 die letzten Atommeiler abgeschaltet werden. Nach dem jüngsten Vorschlag aus München würde die Trasse im Süden hauptsächlich durch Baden-Württemberg und Hessen führen und Bayern erst am Ende für eine kurze Strecke erreichen.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) verteidigte am Montag den Vorschlag. „Das hat nichts mit Sankt-Florians-Prinzip zu tun, sondern mit einer vernünftigen Energiepolitik“, sagte der CSU-Chef vor einer Parteivorstandssitzung in München. Baden-Württemberg brauche den SuedLink ohnehin und habe diesen auch begrüßt.

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