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Bundestag : Sterbehilfe: So stimmten Abgeordnete aus SH ab

vom

Vier Entwürfe zum Thema Sterbehilfe standen zur Wahl. Wir haben schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete gefragt, für welchen Weg sie sich entschieden haben.

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2015 | 17:43 Uhr

Kein Geschäft mit dem Tod

Konstantin von Notz.
Konstantin von Notz. Foto: Staudt
 

Konstantin von Notz (Grüne - Herzogtum Lauenburg - Stormarn-Süd) stimmte für ein Verbot geschäftsmäßiger Suizidbeihilfe: „Ich setze mich dafür ein, dass Menschen, selbstbestimmt und in Würde über ihr Leben und Sterben entscheiden können.  Von generellen Verboten bei der Sterbehilfe halte ich wenig. Sie wären kaum durchsetzbar und hätten einen Todestourismus in Länder zur Folge, in denen häufig niedrigere Standards gelten als bei uns.“

Gebot der Menschenwürde

Bettina Hagedorn
Bettina Hagedorn
 

Bettina Hagedorn (SPD - Ostholstein/Nord-Stormarn) stimmte für eine Regelung zum ärztlich assistierten Suizid: „Dass Patienten bei irreversibel zum Tode führenden Erkrankungen und schweren Leiden auch am Ende des Lebens ein Selbstbestimmungsrecht haben, ist für mich ein Gebot der Menschenwürde. Ärzte, die in dieser Lebenssituation ihren Patienten Hilfe und Beistand bei der selbst vollzogenen Lebensbeendigung leisten wollen, dürfen nicht durch das Strafgesetzbuch oder den Verlust der beruflichen Existenz bedroht werden.

Besser kein neues Gesetz

Sönke Rix
Sönke Rix
 

Sönke Rix (SPD - Rendsburg-Eckernförde) stimmte für keine Neuregelung: „Selbst der Gesetzentwurf, der meinen Vorstellungen am meisten entspricht, überzeugt mich leider nicht gänzlich. Und gerade so eine schwerwiegende Entscheidung muss man mit sehr reinem Gewissen fällen. Dies wäre jedoch bei keinem Entwurf für mich der Fall. Deshalb komme ich zu dem Schluss, dass wir es bei der jetzigen Rechtslage und damit bei der Straflosigkeit der Beihilfe zu einem frei verantwortlichen Suizid belassen sollten. Besser kein neues Gesetz als eines, das weitere Unsicherheiten schafft.“

Gesetzgeberische Zurückhaltung

Mark Helfrich
Mark Helfrich
 

Mark Helfrich (CDU - Steinburg/Dithmarschen Süd) stimmte für keinen der Entwürfe: „Ich habe für keinen der vorliegenden Gesetzentwürfe gestimmt. Das ursprüngliche Ziel des reinen Verbots von Sterbehilfeorganisationen wäre entweder gar nicht oder nur um den Preis erheblicher Rechtsunsicherheit für Sterbehilfe leistende Ärzte erreicht worden. Deshalb habe ich mich für den Weg der gesetzgeberischen Zurückhaltung in einer so sensiblen Grenzsituation des menschlichen Lebens entschieden.“

So lief die Abstimmung: Der Verbotsantrag einer Gruppe von Abgeordneten um Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD) fand deutlich die Mehrheit. Sie hatten vor einer Tendenz zu mehr Angeboten zur Sterbehilfe in Deutschland gewarnt. In der Schlussabstimmung erhielt der Antrag 360 von 602 abgegebenen Stimmen. Dagegen stimmten 233 Parlamentarier. Neun Abgeordnete enthielten sich. Weitere Stimmen von Abgeordneten aus SH lesen Sie am Sonnabend in des Tageszeitungen des sh:z. Und was sagen Verbände in Schleswig-Holstein dazu? Wir haben Vertreter des Hospizes, der Kirche und der Ärzteschaft gefragt.
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