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Fraktionschefs von SPD und FDP : Stegner und Kubicki – neue beste Freunde

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Schmusekurs zwischen Lieblingsgegnern: Die Fraktionschefs von SPD und FDP in Schleswig-Holstein überraschen mit harmonischen Tönen.

Kiel | Im Kieler Landtag gelten die Fraktionschefs als Lieblingsgegner: Ralf Stegner (SPD) und Wolfgang Kubicki (FDP). Samthandschuhe kennen die zwei politischen Alphatiere nicht. Das Duo liebt Klartext, oft bis über die Schmerzgrenze hinaus. Neuerdings aber geht es immer öfter fast schmusig zu zwischen den beiden.

Am Wochenende war Stegner auf den Posten des Vize-Parteichefs im Bund aufgerückt. „Es kann für Schleswig-Holstein nur von Vorteil sein, wenn eine solch profilierte Persönlichkeit die Interessen des Landes auf Bundesebene mit fester Stimme vertritt“, gratulierte Kubicki artig. Leise Töne auch von Stegner über Kubicki : „Ein intelligenter Mann“ sei der FDP-Kollege. Es gab Zeiten, da galten die Freidemokraten in der Führung der Nord-SPD beinahe als politische Parias. So tief war die Verachtung, dass im SPD-Vorstand rüde über „liberale Strichjungen“ abgelästert wurde. Ein Bündnis mit Kubicki galt als utopisch. Umgekehrt galt das zuletzt auch, „jedenfalls solange Stegner das Sagen hat“ als Parteichef.

Neuerdings nun nimmt Stegner die FDP ganz offen als möglichen Koalitionspartner auf den Radarschirm – als eine von mehreren Machtoptionen für die SPD, die mit den 25 Prozent bei der jüngsten Bundestagswahl Lichtjahre von einer eigenen Mehrheit entfernt ist. Ganz vorn in Stegners Überlegungen sitzen „natürlich“ die Grünen. Der Gesprächsfaden zur Ökopartei dürfe nicht abreißen, SPD und Grüne sich nicht „entfremden“. Immerhin gibt es in Hessen jetzt eine schwarz-grüne Koalition – funktioniert sie, kann sie Vorbild werden und die SPD steht einsam da. Auf Rang zwei als Partner sieht Stegner die Linken. „Gesprächsbereit bleiben und sie fordern“, sagt der Obergenosse, der die Linke steuerpolitisch noch im „politischen Nirvana“ und europapolitisch „rechts“ verortet.

Und dann eben die FDP mit dem neuen Spitzenduo Christian Lindner und Kubicki. Von denen sei die SPD zwar am meisten entfernt. „Wenn die sich sozialliberal entwickeln, dann ist die FDP wieder eine Option“ als Koalitionspartner. An alledem müsse die SPD arbeiten, will Stegner mitarbeiten, damit die „Lebensabschnittspartnerschaft“ mit der CDU 2017 beendet werden könne.

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erstellt am 28.01.2014 | 17:00 Uhr

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