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Wette zur Bundestagswahl : Stegner, Kubicki und drei Flaschen Rotwein

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Wolfgang Kubicki und Ralf Stegner liefern sich im Kieler Landtag seit Jahren scharfe Rede-Duelle. Vor der Bundestagswahl hatten die Kontrahenten gewettet - Kubicki zahlt drei Flaschen Rotwein. „Er freut sich wie Rumpelstilzchen“, sagt er über Stegner.

Kiel | Für Wolfgang Kubicki kommt es derzeit knüppeldick: Der Kieler FDP-Fraktionschef hat mit seiner Partei nicht nur zur Bundestagswahl Schiffbruch erlitten, sondern auch noch mehrere Wetten verloren. Und das ausgerechnet gegen seinen Erzrivalen Ralf Stegner. Genüsslich plauderte der SPD-Vormann am Mittwoch über seinen Triumph. Drei Flaschen guten Rotweins ließ ihm Kubicki für verlorene Wetten zukommen. „Er hat pünktlich bezahlt“, sagte Stegner. „Ich finde, dass der Kollege Kubicki ein äußerst zuverlässiger Kollege ist“, sagte er über den Mann, mit dem er sich seit Jahren im Landtag schärfste Duelle lieferte und das nun weiter tun wird.

Acht Prozent für die FDP im Bund, ein zweistelliges Ergebnis im Norden und keine 30 Prozent für die SPD hatte Kubicki vorhergesagt - nun quittierte er das mit drei Flaschen Amarone. Allerdings gab es bei der 30-Prozent-Wette eine Unstimmigkeit: Anders als Kubicki hatte Stegner die Prognose auf das Landesergebnis der SPD bezogen. Sie blieb im Norden mit 31,6 Prozent über der 30er-Marke und im Bund mit 25,7 klar darunter. „Ich bin da großzügig“, sagte Kubicki und nahm Stegners Reaktion gelassen hin. „Er freut sich wie Rumpelstilzchen.“ 

Nach dem Wahlschock und den Debatten um seine künftige Rolle in der Bundes-FDP tauchte Kubicki am Mittwoch wieder in die Kieler Parlamentsroutine ein. „Ich konzentriere mich jetzt auf drei Tage Landtag.“ Zum Auftakt ging es gleich um einen dicken Brocken - den Haushalt 2014. Mit der Rückkehr ins politische Tagesgeschäft griff Kubicki auch zur alten Kleiderordnung. Nachdem er in den letzten Wochen bis zur Wahl stets mit offenem Hemdkragen unterwegs war, erschien er wieder korrekt mit Krawatte. Ihm gefalle das auch besser.

Dass Kubicki mit der herben Wahlniederlage seiner Partei im Landtag bleiben muss, quittierten selbst politische Gegner recht freundlich. „Es ist mit großer Freude verbunden, dass er uns erhalten bleibt“, sagte Stegner - allerdings noch unmittelbar unter dem Eindruck seiner gewonnenen Wetten. „Ich freue mich, dass wir mit Wolfgang Kubicki weiter einen sehr streitbaren Politiker im Landtag haben, der sich im Sinne des liberalen Gedankens der FDP einbringt“, äußerte Finanzministerin Monika Heinold von den Grünen. „Das tut dem Landtag gut - seine Launen werden und müssen wir dann auch ertragen.“ 

Auch Justizministerin Anke Spoorendonk vom SSW fand freundliche Worte: „Ich wünsche ihm, dass er als Fraktionsvorsitzender in Schleswig-Holstein das umsetzen kann, was er sich vorstellt.“ Er hätte ihm Erfolg in Berlin gegönnt, sagte CDU-Fraktionschef Johannes Callsen. Nun freue er sich aber auf weiter gute Zusammenarbeit. „Schön, dass er bleibt“, befand der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU, Hans-Jörn Arp. Allerdings sei es für die Union eine mittlere Katastrophe, dass sie in Berlin keinen bürgerlichen Partner mehr habe.

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erstellt am 25.Sep.2013 | 12:24 Uhr

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