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Verkehrssicherheitsstatistik 2015 : Stefan Studt zieht Bilanz: So gefährlich sind die Straßen in SH

vom
Aus der Onlineredaktion

Weniger Tote, aber mehr Unfälle und Verletzte. Der Innenminister sieht „Licht und Schatten auf den Straßen“.

Kiel | Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht: Die Zahl der Verkehrstoten ist in Schleswig-Holstein gesunken, dafür gab es insgesamt mehr Unfälle als im Vorjahr. Das teilte Innenminister Stefan Studt (SPD) am Montag in Kiel mit. Die Ergebnisse im Detail:

Weniger Verkehrstote

Insgesamt starben im vergangenen Jahr 107 Menschen auf den Straßen Schleswig-Holsteins (14 weniger als im Vorjahr). Das sei der zweitniedrigste Wert, der jemals im Land registriert wurde“, sagte der Innenminister. „Angesichts von 107 getöteten Menschen verbieten sich jedoch Jubelmeldungen.“

shz.de hat für 2015 eine eigene Statistik geführt. Demnach kamen 77 Menschen ums Leben. Die Abweichung zur offiziellen Verkehrsstatistik ergeben sich daraus, dass die Polizei nicht über jeden Todesfall per Pressemitteilung informiert.

Eine umfangreiche Auswertung hat shz.de bereits im Januar veröffentlicht. Im Februar gab das Statistikamt seine Zahlen bekannt.

Mehr Unfälle

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist 2015 um 7,1 Prozent auf 85.220 erneut gestiegen. 16.409 (+2,4%) Menschen wurden verletzt. Insgesamt seien das die höchsten Werte seit sechs Jahren, sagte Studt. Damit liege Schleswig-Holstein leicht über dem Bundestrend.

Angestiegen sind insbesondere die Anzahl der Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften und auf Bundesautobahnen. Mehr Privatautos und Lastwagen auf den Straßen, mildes Wetter, niedrige Spritpreise und in der Folge mehr Verkehr - diese Faktoren gehören laut Polizei zu den Gründen für die Zunahme der Unfälle.

Das sind die Haupt-Unfallursachen

Die drei Hauptunfallursachen sind nach wie vor „Missachtung der Vorfahrt“ (4.521 Fälle, + 388), „Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren“ (4.403 Fälle, +45) sowie „Nicht angepasste Geschwindigkeit“ (3.680 Fälle, +228). An vierter Stelle steht der ungenügende Sicherheitsabstand (2281 Fälle, +40). Alkohol und andere berauschende Mittel (1.497 Fälle, +40) folgen mit deutlichem Abstand auf Rang fünf der Unfallursachen.

Autobahnen sind besonders gefährlich

2015 ereigneten sich auf den Autobahnen mit 4675 Verkehrsunfällen (+21,1%) deutlich mehr als im Vorjahr. Dabei wurden 1198 Autofahrer (+194 bzw. 19,4%) verletzt. Sechs Menschen (+1) starben. Als eine Ursache hat das Innenministerium die regen Bautätigkeiten auf den Autobahnen identifiziert. „In der Regel sind die Unfallfolgen in den Bauabschnitten geringer, weil hier niedrigere Geschwindigkeiten gefahren werden. Auf den unbeschränkt befahrbaren Abschnitten ist dagegen ein Anstieg bei den Verletzten festzustellen“, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums. Einen auffälligen Anstieg gebe es auch bei den Verkehrsunfällen mit Flucht zu registrieren. Bei 650 Verkehrsunfällen (+134 bzw. 26%) auf allen Autobahnen haben sich die Beteiligten unerlaubt vom Unfallort entfernt.

Ältere Autofahrer ein Risiko

Als „Sorgenkinder“ entpuppten sich weiter zunehmend ältere Autofahrer. Die Zahl der Unfälle, die Senioren verursachten, stieg um fast fünf Prozent auf 3131. Dabei starben 28 Menschen; 2416 wurden verletzt. Bei fast zwei Dritteln der Unfälle unter Beteiligung von Senioren sind diese die Hauptverursacher. Besonders in komplexen Situationen seien sie häufig überfordert, heißt es in dem Bericht. Auch in Unfälle mit Elektrofahrrädern, deren Zahl sehr stark wuchs, waren oft Ältere ab 65 Jahren verwickelt.

Die Zahl der Unfälle mit Kindern fiel 2015 um 2,8 Prozent auf 1303. Allerdings verunglückten mit 1389 Mädchen und Jungen 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wie die Politik für mehr Sicherheit auf der Straße sorgen will

Innenminister Studt will die Verkehrsüberwachung strukturell weiter stärken. So soll unter anderem der Einsatz von Videowagen auf den Autobahnen noch besser organisiert werden. Auch ein Blitzmarathon ist für 2016 wieder geplant. Studt appellierte zugleich an die Verkehrsteilnehmer, sich im Straßenverkehr noch verantwortungsbewusster zu verhalten: „Wer rast und drängelt, wer ohne Gurt fährt und am Steuer telefoniert, gefährdet sich und andere akut. Das ist nicht tolerierbar.“

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erstellt am 14.Mär.2016 | 15:03 Uhr

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