Steigende Zahl der Flüchtlinge in SH : Stapelholm-Kaserne in Seeth wird Erstaufnahmeeinrichtung

In der Stapelholm-Kaserne sollen zum Wochenende die ersten Flüchtlinge einziehen.
In der Stapelholm-Kaserne könnten bis zu 500 Flüchtlinge einziehen.

Das Land Schleswig-Holstein plant eine weitere Erstaufnahmeeinrichtung. Die Kaserne in Seeth bietet künftig 600 Flüchtlingen eine Unterkunft. Sie soll am Wochenende bezugsfertig sein.

shz.de von
14. Juli 2015, 17:44 Uhr

Seeth | Wegen der weiter ansteigenden Zahl ankommender Flüchtlinge will die Landesregierung kurzfristig die Stapelholm-Kaserne in Seeth (Kreis Nordfriesland) als zusätzliche Erstaufnahmeeinrichtung nutzen. In der derzeit freien Kaserne sei die notwendige Infrastruktur weitgehend vorhanden, sagte Innenstaatssekretärin Manuela Söller-Winkler am Dienstag. Dort sollen voraussichtlich bereits vom Wochenende an bis zu 600 Flüchtlinge Platz finden.

Die Zahl der Neuankünfte hat sich nach Behördenangaben seit Monatsbeginn noch einmal überraschend stark erhöht. In den ersten sechs Monaten des Jahres kamen 7300 neue Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein und damit fast so viele wie im ganzen Vorjahr. Bis zu 20.000 Menschen könnten es nach den Prognosen der Landesregierung in diesem Jahr insgesamt werden.

Seeth sei aber als Übergangslösung vorgesehen, sagte Söller-Winkler. Das Land plane eine vierte dauerhafte Erstaufnahmeeinrichtung in Heide. Gegenwärtig laufe dort die Standortsuche. „Aktuell erreichen uns pro Tag bis zu 140 neue Flüchtlinge, so dass wir trotz der bereits eingerichteten zusätzlichen Plätze in Neumünster und Boostedt und 90 Plätzen, die wir in der Polizeischule in Kiebitzhörn zur Verfügung stellen, zum kommenden Wochenende weitere Erstaufnahmekapazitäten schaffen müssen.“

Durch die große Bereitschaft aller Beteiligten zur Unterstützung und die Erfahrung in anderen Einrichtungen sei es zudem sehr schnell möglich, die weiteren Voraussetzungen für den Betrieb einer Erstaufnahmeeinrichtung zu klären. Dazu gehöre die Versorgung und Betreuung der Flüchtlinge ebenso wie die Einrichtung einer Polizeistation und eines privaten Wachdienstes, so Söller-Winkler

Söller-Winkler bat die Bürgerinnen und Bürger in Seeth um Verständnis für die unerwartet rasche Inbetriebnahme der neuen Einrichtung. „Ich weiß, dass es viele Fragen und Unsicherheiten gibt. Wir wollen die Menschen vor Ort kurzfristig informieren, um die notwendige Akzeptanz für die Erstaufnahme in Seeth zu erreichen“, so die Staatssekretärin.

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