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Tropenholz auf der „Sailingyacht A“ : Staatsanwaltschaft in Kiel ermittelt wegen Geheimnisverrats

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Wer hat Informationen vor einer geplanten Durchsuchung der Werft Nobiskrug in Rendsburg an die Medien weitergegeben?

Kiel | Wegen einer Kommunikationspanne hat die Kieler Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts des Geheimnisverrats gegen Unbekannt eingeleitet. Im März hatte ein Kieler Medium noch vor dem Start von einer geplanten Durchsuchung bei der Werft Nobiskrug in Rendsburg erfahren. „Wir wissen noch nicht, wer derjenige war, der eine entsprechende Information weitergegeben hat“, sagte Oberstaatsanwalt Henning Hadeler am Dienstag.

Das mit 143 Metern längste Segelschiff der Welt machte in der Vergangenheit immer wieder Schlagzeilen in Schleswig-Holstein. Erst war es ein Zwischenstopp in Norwegen zwecks Umgehung der Umsatzsteuer, dann folgte ein Zwangsstopp in Gibraltar wegen unbezahlter Rechnungen bei der Bauwerft. Noch immer schwebt der Vorwurf im Raum, auf der A sei illegales Tropenholz verbaut worden. 

Die Sache war aufgeflogen, weil ein Journalist bei der Anklagebehörde nachfragte, wie Hadeler sagte. Bei der Durchsuchung ging es um den Vorwurf, beim Bau der „Sailing Yacht A“ in Kiel könnte illegales Tropenholz verbaut worden sein. Konkret ermittelt die Behörde in dem Fall ebenfalls gegen Unbekannt wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Holzhandel-Sicherungsgesetz. Die Ermittlungen dauern an.

Tatsache ist, dass der Vorwurf schon im vergangenen Oktober im Zusammenhang mit der „A“ erhoben worden war. Damals hieß es, es sei illegal geschlagenes Teakholz aus Myanmar bei der Innenausstattung der Mega-Yacht zum Einsatz gekommen. Sowohl die Werft als auch ein Sprecher des Schiffseigners wiesen die Anschuldigungen zurück.

Den keilförmigen Dreimaster mit futuristischem Aussehen hatte die zu Nobiskrug gehörende Kieler Werft German Naval Yards für den milliardenschweren russischen Eigner Andrej Melnitschenko gebaut. Anfang Februar hatte das 143 Meter lange Schiff nach fünfjähriger Bauzeit die Fördestadt verlassen. Die „Sailing Yacht A“ soll nach Spekulationen um die 400 Millionen Euro gekostet haben.

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erstellt am 04.Apr.2017 | 13:49 Uhr

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