Operation Spitzenkandidat : SPD will jetzt immer Mitgliederentscheide

Die Sozialdemokraten im Norden haben die Wahl zwischen dem Sozialdemokraten Mathias Stein aus Kiel, Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig, Elmshorns Bürgermeisterin Brigitte Fronzek und Landes- und Fraktionschef Ralf Stegner (v.l.). Foto: Staudt
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Die Sozialdemokraten im Norden haben die Wahl zwischen dem Sozialdemokraten Mathias Stein aus Kiel, Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig, Elmshorns Bürgermeisterin Brigitte Fronzek und Landes- und Fraktionschef Ralf Stegner (v.l.). Foto: Staudt

Vier Kandidaten: Ende Februar soll feststehen, wer für die SPD in die vorgezogene Landtagswahl geht. 80.000 Euro kostet die Wahl zum Spitzenkandidaten.

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16. Februar 2011, 10:43 Uhr

Die Nord-SPD will ihren Spitzenkandidaten für Landtagswahlen bei mehreren Bewerbern künftig nur noch per Mitgliederentscheid bestimmen. Das kündigte die stellvertretende Landesvorsitzende Bettina Hagedorn in Kiel an. Über eine entsprechende Änderung der Satzung soll ein SPD-Landesparteitag Anfang April entscheiden.
Den laufenden Mitgliederentscheid wertete Hagedorn als "kräftiges Zeichen gegen Parteien- und Politikverdrossenheit". Über 5000 Mitglieder und Gäste hätten die 16 Veranstaltungen der vier Bewerber für die Spitzenkandidatur unmittelbar verfolgt. Als Favoriten gelten Parteichef Ralf Stegner und Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig. Daneben stehen Elmshorns Bürgermeisterin Brigitte Fronzek und der Kieler Matthias Stein zur Wahl.
Ergebnis soll am 26. Februar vorliegen
Bis zum 26. Februar haben die knapp 20.000 SPD-Mitglieder das Wort. Mit einem Ergebnis der Stimmauszählung rechnet Hagedorn für die Abendstunden desselben Tages. Hagedorn schloss ein "knappes Rennen" nicht aus. Erreicht keiner der Bewerber die absolute Mehrheit der Stimmen, kommt es im März zu einer Stichwahl.
Dass die Kandidatenwahl angesichts der zwischen Stegner und Albig offenkundig gewordenen Meinungsunterschiede zu einer Richtungsentscheidung in der SPD wird, erwartet Hagedorn nicht. Wichtig sei jedoch "nicht allein, dass wir die nächste Wahl gewinnen - wir wollen die Wahl auch als SPD gewinnen". Ihr Eindruck sei zudem, dass die Mitglieder bei ihrer Entscheidung darauf achteten, wer "Inhalte der SPD am glaubwürdigsten" vertrete.
Albig: Wahlprogramme der Realität anpassen
Albig hatte mit dem Blick auf die leere Landeskasse und Wahlversprechen seiner Partei zuletzt erklärt, Programme müssten der Realität angepasst werden, nicht die Realität den Parteiprogrammen. Solche Aussagen hätten "Konfliktpotenzial" und bei vielen Parteimitgliedern für "einen leichten Schluckauf" gesorgt, sagte Hagedorn.
Mindestens 25 Prozent der Mitglieder müssen sich an dem Entscheid beteiligen, damit die Wahl gültig ist. Die Kosten für den Mitgliederentscheid liegen bisher bei rund 80.000 Euro, bei einer Stichwahl bei 120.000 Euro. "Wir sind uns alle einig, dass dieses Geld gut investiert ist", sagte Hagedorn.
(lno, höv, shz)

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