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Fit für die Zukunft : SPD will an Image und Inhalt arbeiten

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Schleswig-Holsteins Sozialdemokraten wollen zu Garanten für Gerechtigkeit werden. Landeschef Stegner will seine neue Stellung als Bundesparteivize zudem nutzen, das Parteiprofil auf Bundesebene zu schärfen.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 15:00 Uhr

Kiel | Die schleswig-holsteinische SPD will sich bis zu den Wahlen 2017 verjüngen und attraktiver für Mitglieder und Wähler werden. Die weitere Profilierung als Gerechtigkeitspartei müsse vorangetrieben werden, stellte Landesgeschäftsführer Christian Kröning am Montag in Kiel Ergebnisse einer Klausurtagung des Landesvorstandes vor. Die Parteispitze hat sich dafür zweieinhalb Jahre gegeben, bis die Wahlkämpfe für Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen wieder starten. Erstmals soll auf einem Landesparteitag in Flensburg im September öffentlich über Arbeitsgruppen-Ergebnisse zu den Themen diskutiert werden.

Insgesamt sei die Nord-SPD in einem guten Zustand und auch die Mitgliederentwicklung sei gut, sagte Kröning. So sind im vergangenen Jahr rund 1000 Menschen in die Nord-SPD eingetreten, 2012 waren es etwa 600 und 2011 rund 500. Es gebe aber durchaus strukturelle Probleme, sagte Kröning. So sind nur rund zehn Prozent der Mitglieder 30 Jahre alt oder jünger, mehr als 50 Prozent hingegen gehören der Generation 60plus an. Und: 60 Prozent der Ortsvereine haben weniger als 30 Mitglieder.

Landeschef Ralf Stegner, der am Sonntag in Berlin zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt worden ist, sagte, seine Aufgabe als Vize werde sein, das Parteiprofil in Zeiten der großen Koalition zu schärfen. Dies wolle er tun bei der Gerechtigkeitsfrage und auch bei der Suche nach den Ursachen für das schlechte Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl.

Seiner Meinung nach lag es unter anderem daran, dass die Wähler der SPD nicht abgenommen haben, „dass wir das Gerechtigkeitsprofil auch durchhalten“ und daran, dass die SPD keine reale Machtoption hatte. Dies solle 2017 anders werden. Das bedeute, mit allen kleineren Parteien zu sprechen. Er erneuerte seine Aussage, dass zu den potenziellen Koalitionspartnern nach den Grünen und neben der Linkspartei auch die FDP gehöre - auch wenn sie derzeit inhaltlich am weitesten entfernt von der SPD sei.

Neben der inhaltlichen Arbeit sei die Wahl zum Europaparlament im Mai die wichtigste Aufgabe, sagte Stegner. Die schleswig-holsteinische SPD-Spitzenkandidatin und Fischereiexpertin Ulrike Rodust war am Sonntag auf Listenplatz zwölf der Bundesliste gewählt worden und hat damit nach Angaben Stegners gute Chancen auf einen Wiedereinzug ins EU-Parlament.

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