Sicherheit : SPD-Abgeordneter: Richtlinie für Traditionsschiffe auf Eis gelegt

Dobrindts Verordnung könnte Flensburgs Denkmal-Dampfer Alexandra als ehrenamtliches Projekt versenken.
Dobrindts Verordnung könnte Flensburgs Denkmal-Dampfer Alexandra als ehrenamtliches Projekt versenken.

Auch nach einer Überarbeitung gebe es noch Kritikpunkte, sagt Frank Junge. Nun bestehe Hoffnung.

shz.de von
16. Januar 2017, 19:00 Uhr

Wismar/Berlin | Die umstrittene neue Richtlinie zur Sicherheit auf Traditionsschiffen liegt nach Erkenntnissen des SPD-Bundestagsabgeordneten Frank Junge zunächst auf Eis. Dieser Schritt sei ein Etappenerfolg für die Traditionsschifffahrt, sagte der Wismarer Abgeordnete am Montag. Auch nach einer Überarbeitung durch das Bundesverkehrsministerium gebe es noch immer Kritikpunkte, die das ehrenamtliche Engagement in der Traditionsschifffahrt gefährden. Der Schritt, den Entwurf vorläufig zu stoppen, sei auf Betreiben des Bundeswirtschaftsministeriums während der Abstimmung der verschiedenen Ministerien erfolgt.

Auch in Schleswig-Holstein macht man sich angesichts der neuen Richtlinie Sorgen: Die Traditionssegler-Szene sieht den Betrieb vieler Schiffe gefährdet.

Die gewonnene Zeit könne nun dafür genutzt werden, strittige Punkte auszuräumen, sagte Junge. Hintergrund sei unter anderem, dass den Vereinen, die Traditionsschiffe betreiben, abverlangt werde, einen teuren Prüfbericht zur steuerlichen Anerkennung der Gemeinnützigkeit zu erstellen. Zudem würden die Ansprüche an die medizinische Qualifizierung der Besatzungsmitglieder auf unverändertem Niveau gefordert. Ein weiterer Kritikpunkt sei die starre Beschränkung der Historizität auf Schiffe, die ausschließlich vor 1965 entworfen sein müssen.

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