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So funktioniert die Wahl

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wer wird gewählt?
Die 598 Abgeordneten des 18. Deutschen Bundestages. 299 Abgeordnete werden in den Wahlkreisen direkt gewählt, weitere 299 Abgeordnete werden über die Landeslisten der Parteien in den Bundestag entsandt.

Wie viele Stimmen habe ich?

Jeder Wähler hat zwei Stimmen: Die Erststimme wird auf der linken Seite des Stimmzettels vergeben, die Zweitstimme auf der rechten Seite.

Wen wähle ich mit der Erststimme?

Mit der Erststimme wird ein Direktkandidat aus dem eigenen Wahlkreis gewählt. Der Kandidat, der in seinem Wahlkreis die meisten Stimmen erhält, bekommt einen Sitz im Bundestag. Hier genügt also die relative Stimmenmehrheit. Entfallen auf zwei oder mehr Kandidaten exakt gleich viele Stimmen, dann entscheidet das Los.

Wen wähle ich mit der Zweitstimme?

Mit der Zweitstimme wird der Anteil an Sitzen der Parteien im Bundestag bestimmt. Auf der sogenannten Landesliste stehen in einer festen Reihenfolge Kandidaten, die für die Partei in den Bundestag einziehen sollen. Je mehr Stimmen eine Partei in einem Wahlkreis über die Zweitstimme erringt, desto mehr ihrer Politiker erhalten einen Sitz. Auf dem Stimmzettel sind unter dem Parteinamen allerdings nur die ersten fünf Bewerber der Landesliste aufgeführt.

Was ist der Unterschied zwischen Direkt- und Listenkandidat?

Direktkandidaten werden über die Erststimme gewählt und erhalten direkt einen Sitz im Bundestag, sofern die Partei über die Fünf-Prozent-Hürde hinauskommt oder mehr als drei Direktmandate erhält. Listenkandidaten sind auf der Landesliste einer Partei aufgeführt und ziehen abhängig von der Anzahl der Zweitstimmen und von der Zahl der direkt errungenen Mandate in den Bundestag ein. Zunächst werden die einer Partei zustehenden Sitze gemäß dem Zweitstimmen-Ergebnis mit Direktkandidaten besetzt, die übrigen Sitze gehen an die Listenkandidaten – entsprechend der Reihenfolge auf der Landesliste.

Wie wird der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin gewählt?

Sobald die Sitzverteilung feststeht, müssen die Parlamentarier einen Kanzler oder eine Kanzlerin wählen. Der Bundespräsident schlägt den Parlamentariern einen der konkurrierenden Kanzlerkandidaten vor, diese stimmen anschließend darüber ab. Im ersten Wahlgang muss die absolute Mehrheit (50 Prozent plus eine Stimme) erreicht werden. Wird diese verfehlt, kommt es innerhalb binnen 14 Tagen zu weiteren Wahlgängen. Bisher wurden aber alle Bundeskanzler bereits im ersten Wahlgang gewählt.


Was besagt die Fünf-Prozent-Klausel?
Im gesamten Wahlgebiet muss eine Partei auf mindestens fünf Prozent aller Zweitstimmen kommen, damit ihre Kandidaten ins Parlament einziehen und sie bei der Sitzverteilung berücksichtigt wird. Dies gilt allerdings nicht für die Erststimme: Darüber kann ein Kandidat Abgeordneter werden, auch wenn seine Partei an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. Dazu muss eine Partei mindestens drei Direktmandate gewinnen.


Was sind Überhangmandate?

Meist sitzen mehr als die vorgesehenen 598 Abgeordneten im Bundestag. Schuld daran sind die Überhangmandate. Diese erhält eine Partei, wenn









sie in einem Bundesland mehr Direktmandate erringt, als ihr über die ausgezählten Zweitstimmen prozentual zustehen würden. Damit andere Parteien, die keine Überhangmandate bekommen haben, nicht benachteiligt werden, gibt es für diese sogenannte Ausgleichsmandate. So bleibt das Größenverhältnis der Fraktionen zueinander erhalten, auch wenn eine Partei viele Überhangmandate errungen hat. Problematisch ist allerdings, dass dadurch die Abgeordnetenzahl deutlich steigen kann.


Wann und wo kann ich wählen?

Am 22. September von 8 bis 18 Uhr. Auf Ihrer Wahlbenachrichtigungskarte ist vermerkt, in welchem Wahllokal Sie Ihre Stimme abgeben dürfen.








Wann ist die Briefwahl möglich?

Wer am Wahlsonntag im Urlaub ist oder aus anderen Gründen nicht in sein Wahllokal kommen kann, der kann seine Stimme im Vorfeld per Briefwahl abgeben. Dazu muss ein Antrag so früh wie möglich bei der Gemeinde des Hauptwohnortes eingereicht werden. Briefwahlunterlagen können bis Freitag vor der Wahl (20. September) bis 18 Uhr beantragt werden. Es ist auch möglich, die Unterlagen direkt bei der Gemeinde abzuholen, vor Ort auszufüllen und abzugeben.

Wie viele Wahlkreise gibt es in Schleswig-Holstein?

Das nördlichste Bundesland ist in elf Wahlkreise eingeteilt. Bundesweit gibt es insgesamt 299 Wahlkreise.

Was passiert nach der Stimmabgabe?

Sofort nach Schließen der Wahllokale öffnet der Wahlvorstand die Urne mit den Stimmzetteln, sortiert und zählt diese. Das Ergebnis melden die Wahlhelfer in der Regel telefonisch der Gemeinde, die wiederum


















das zusammengefasste Ergebnis aller Wahlbezirke dem Kreiswahlleiter mitteilt. Dieser ermittelt das vorläufige Wahlergebnis im Wahlkreis, das er dem Landeswahlleiter meldet. Dann wird die letzte Station informiert: der Bundeswahlleiter. Dieser verkündet in der Wahlnacht das vorläufige amtliche Endergebnis mit der voraussichtlichen Sitzverteilung im Parlament.


Ein ausführliches Dossier zur Wahl gibt es bei der Bundeszentrale für politische Bildung im Internet unter: www.bpb.de/politik/wahlen/

bundestagswahlen/


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