zur Navigation springen

Syrien-Einsatz gegen IS : „Sicherlich gefährlich“: Tornados aus Jagel starten am Donnerstag

vom

Der Tornado-Einsatz gegen den IS beginnt - er gilt schon jetzt als eine der heikelsten Missionen der Bundeswehr.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2015 | 13:51 Uhr

Jagel | Die beiden ersten deutschen Tornado-Aufklärungsjets brechen an diesem Donnerstag von Jagel (Kreis Schleswig-Flensburg) aus zu ihrem Syrien-Einsatz in Richtung Türkei auf. Dem Vorkommando gehören knapp 40 Soldaten an. Sie fliegen mit einem A400M vom Flugplatz Jagel aus nach Incirlik, gefolgt von den zwei Tornados. Das teilte die Luftwaffe am Mittwoch mit.

Die Tornados sollen die Koalition gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) unterstützen. Der Bundestag hatte am Freitag die Entsendung von maximal 1200 Soldaten beschlossen.

Außerdem soll bereits am Donnerstag von Köln-Wahn aus ein Tankflugzeug starten. Die Treibstoffversorgung in der Luft ermöglicht den Piloten längere Angriffsoperationen. Die eigentlichen Aufklärungsflüge selbst sind erst von Januar an geplant. Die deutschen Piloten sollen Nationen, die Luftangriffe auf mutmaßliche IS-Stellungen fliegen, damit unterstützen.

Die Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 Immelmann aus Jagel bereiten sich bereits seit Tagen unter Hochdruck auf ihren Einsatz vor. Insgesamt sollen sechs Tornados zum Einsatz kommen. Nach vorläufigen Planungen soll das Geschwader aus Jagel vier der ersten sechs Maschinen stellen, das Taktische Luftwaffengeschwader 33 aus Büchel in Rheinland-Pfalz die beiden anderen.

Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ setzt auf Erfahrung. Denn die Rolle als Aufklärer, die sie im Kampf gegen den Terror übernehmen sollen, ist seit Jahrzehnten die Hauptaufgabe des in Jagel bei Schleswig beheimateten Verbandes gewesen. Die Recce-Tornados – Recce ist die Abkürzung für Reconnaissance (Aufklärung) – haben schon von 1995 bis 2001 über Ex-Jugoslawien und von 2007 bis 2010 über Afghanistan für gestochen scharfe Bilder der Geschehnisse am Boden gesorgt.

Der Einsatz in Syrien gilt als eine der heikelsten Missionen in der Geschichte der Bundeswehr. „Der Einsatz ist sicherlich gefährlich“, sagte Geschwader-Kommodore Michael Krah im Vorfeld des Starts. Der deutsche Beitrag bringe der Koalition gegen den IS einen Mehrwert. Denn: „Aufklärung kann man nicht genug haben.“ Zum deutschen Beitrag gehört auch die Fregatte „Augsburg“. Sie hat sich einem multinationalen Verband des Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ angeschlossen. Zusammen mit Kriegsschiffen aus Großbritannien, Belgien und Frankreich soll sie den Flugzeugträger bei seinem Einsatz gegen den IS schützen.

Zur Verabschiedung der Soldaten aus Jagel plant die Bundeswehr einen militärischen Appell. Daran wird neben dem Kommandierenden General des Luftwaffentruppengeschwaders, Generalleutnant Helmut Schütz, auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) teilnehmen.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen