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„Klarer Rechtsverstoss“ : SH verkaufte Laborkäse an Kantinen

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Schleswig-Holstein untersuchte jahrelang Käse im Labor und verkaufte ihn dann an Kantinen. „Dabei ist nichts Ekliges“, sagt Landwirtschaftsminister Habeck. Legal ist das aber auch nicht.

Kiel | Unmengen an Lebensmitteln werden weggeworfen - nun kommen Monat für Monat kiloweise Käse und Butter bester Qualität aus Schleswig-Holstein dazu. Landwirtschaftsminister Robert Habeck ließ die jahrzehntelange Praxis stoppen, im Labor mikrobiologisch untersuchten Käse an Kantinen zu verkaufen, in denen Bedienstete des Landes essen. „Das war ein klarer Rechtsverstoß - da beißt die Maus keinen Faden ab“, sagte Habeck am Donnerstag. „Lebensmittel aus Laboren dürfen nicht weiter verwendet und schon gar nicht verkauft werden.“

Um die 80 Kilogramm Käse und 50 Kilogramm Butter fallen monatlich zur Analyse an, werden auf Fettgehalt, Schnittfestigkeit und diverse Vorschriften geprüft. „Dabei ist nichts Ekliges und kein Risiko, das sind hochwertige Lebensmittel“, sagte Habeck. Mindestens seit 25 Jahren verspeisten Staatsdiener unbeschadet den Laborkäse, der nun in die Biogasanlage geht. „Als Mensch tut es mir in der Seele weh, dass dieses hochwertige Lebensmittel weggeworfen werden muss“, sagte der Minister. Das Lebensmittel- und Futterrecht des Bundes verlangt das.

Im Übrigen wurden die Einnahmen aus dem illegalen Käse-Verkauf stets korrekt im Landeshaushalt verbucht - in Höhe von jährlich 2000 Euro.

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erstellt am 23.Jan.2014 | 17:02 Uhr

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