Bundestagswahl : SH boykottiert Wahlkampf-Taktik der FDP

Philipp Rösler und Rainer Brüderle hatten es sich so einfach vorgestellt - bei ihrem Aufruf zur Wahlkampf-Taktik haben sie allerdings die Rechnung ohne die Landes-FDP in SH gemacht.
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Philipp Rösler und Rainer Brüderle hatten es sich so einfach vorgestellt - bei ihrem Aufruf zur Wahlkampf-Taktik haben sie allerdings die Rechnung ohne die Landes-FDP in SH gemacht.

Die Bundes-FDP will eine einheitliche Wahlkampf-Taktik. Die Landes-FDP beharrt auf ihre Eigenständigkeit. Es soll keine Absprachen mit der CDU geben.

shz.de von
17. September 2013, 17:03 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins FDP boykottiert die von der Bundes-FDP vorgegebene Wahlkampf-Taktik für die letzten Tage bis zur Bundestagswahl. „Wir wollen nicht ,Jetzt geht's ums Ganze' plakatieren und auch keine Absprachen mit der CDU über eine Erst- und Zweitstimmverteilung treffen“, heißt es in einem Schreiben im Auftrag des Spitzenkandidaten, Wolfgang Kubicki, und des Landesvorsitzenden Heiner Garg an die schleswig-holsteinischen Kreisvorsitzenden der Liberalen. „Wir sind souverän in unseren Auftritten und der Vermittlung von Inhalten“, erklärte FDP-Landesgeschäftsführer Friedrich Hass in dem Brief, der Medien am Dienstag vorlag.

„Unser Spitzenkandidat führt in seinem Wahlkreis einen Erst- und Zweitstimmenwahlkampf durch. Dies unterstreicht noch einmal die Souveränität, mit der wir in Schleswig-Holstein den Wahlkampf bestreiten“, schrieb Hass. Der FDP-Bundesvorsitzende Philipp Rösler hat bundesweit etwa 80 Wahlkreise angeschrieben, in denen die örtliche FDP mit der örtlichen CDU Vereinbarungen treffen soll: Die FDP soll dazu aufrufen, die Erststimme dem CDU-Kandidaten zu geben und umgekehrt soll die CDU empfehlen, die Zweitstimme der FDP zu geben. Außenminister Guido Westerwelle in Bonn, Gesundheitsminister Daniel Bahr in Münster und Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel in Heidelberg haben dies bereits getan.

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