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Wacken, Kieler Woche und Holstein : SH: 6700 Polizisten bewachen Großveranstaltungen

vom

2014 kosteten die Einsätze bereits zwei Millionen Euro. Wacken Open Air und Kieler Woche binden die meisten Beamten.

Kiel | Gut zwei Millionen Euro hat das Land bislang in diesem Jahr für Großeinsätze der schleswig-holsteinischen Polizei bei Veranstaltungen ausgegeben. Das ist ein Ergebnis einer Kleinen Anfrage der CDU-Abgeordneten Astrid Damerow, in der Fraktion für Polizeifragen zuständig, und der sportpolitischen Sprecherin der Fraktion, Barbara Ostmeier, an die Landesregierung.

Wichtigste Erkenntnis aus der Anfrage ist für die CDU-Politiker, dass es nicht die in der Debatte häufig genannten Sportereignisse sind, die in Schleswig-Holstein für die größten Polizeieinsätze sorgen. Die meisten Beamten binden laut der Aufstellung aus dem Innenministerium Jahr für Jahr die Kieler Woche (2014: 1193 Beamte, 2013: 1132) und das Wacken Open Air (994, 697), erst danach folgt mit 775 Polizisten das Fußballspiel zwischen Holstein Kiel und Hansa Rostock im August. Aber auch vermeintlich harmlose Anlässe wie das Kindervogelschießen in Bad Oldesloe binden leicht 40 Einsatzkräfte. Insgesamt kamen bei Großveranstaltungen bislang 6708 Polizisten zum Einsatz. Eine Million Euro kosteten Sport-, 1,1 Millionen andere Veranstaltungen.

„Natürlich haben wir keine Bundesliga-Mannschaft – den Fußball herauszustellen, halte ich aber auch grundsätzlich für falsch, zumal sich sportliche und andere Veranstaltungen die Waage halten“, resümiert Ostmeier. Gerade die Vereine täten alles mögliche, um schon im Vorfeld von Spielen zu deeskalieren. Wichtig ist laut Damerow, mit diesen im Gespräch zu bleiben und so Gewalt von Anfang an zu verhindern.

Keinem Veranstalter wurde bislang ein Polizeieinsatz in Rechnung gestellt – wie es etwa Bremen bei Bundesliga-Spielen macht. „So eine Lösung ist für Schleswig-Holstein nicht wünschenswert“, sagt Ostmeier. „Einen Rückzug des Staates aus seiner Verantwortung, für die Sicherheit der Bürger zu sorgen, darf es nicht geben.“ Zumal „eine Menge kleinerer Veranstalter und Vereine in die Bredouille käme, wenn sie Polizeieinsätze bezahlen müssten“, so Damerow.

Übrigens muss das Land nicht nur die eigenen Polizisten bezahlen: Wenn Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern hinzugezogen werden, müssen den Nachbarländern die dadurch entstandenen Ausgaben erstattet werden. So musste Schleswig-Holstein etwa für das Spiel zwischen Holstein Kiel und Hansa Rostock am 21. Dezember 2013 nicht nur selbst 820 Polizisten abstellen, sondern zudem an Bremen 7668 Euro und an Mecklenburg-Vorpommern 5474,13 Euro überweisen.

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erstellt am 01.Okt.2014 | 06:28 Uhr

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