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Nach Rader-Hochbrücken-Entscheidung : Sechsspurig bis nach Dänemark? Ausbau der A7 gefordert

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Allein das Bundesverkehrsministerium sieht die Pläne aus dem Norden kritisch. Das Verkehrsaufkommen reicht nicht.

Kiel | Die Entscheidung des Bundes, die Rader Hochbrücke sechsspurig neu zu bauen, hat zu neuen Diskussionen geführt. So brachte der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jörn Arp, jetzt auch den sechsspurigen Ausbau der A7 bis zur dänischen Grenze ins Gespräch: ,,Der nun fest geplante sechsspurige Ausbau der Rader Hochbrücke ist eine zukunftsweisende Weichenstellung für die nächsten Jahrzehnte. Das sei eine kluge Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt. „Folgerichtig und wünschenswert wäre auch ein zeitnaher Ausbau der A7 von Neumünster bis zur dänischen Grenze. Gute Erfahrungen im Rahmen des ÖPP-Projektes zwischen Neumünster und Hamburg liegen vor. Der sechsspurige Ausbau der Rader Hochbrücke ist aber auch schon jetzt ein wichtiges Signal für Unternehmen und Beschäftigte im Lande, insbesondere nördlich des Kanals. Das gilt auch für unsere skandinavischen Nachbarn“, so Arp weiter.

Auch für Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) ist der sechsspurige Ausbau der Brücke und der A7 „eine ebenso kluge und zukunftsorientierte Weichenstellung“. Klar sei, dass die bisherigen Planungsunterlagen den sechsstreifigen Querschnitt noch nicht beinhalten und auch der Bereich zwischen den Anschlussstellen Rendsburg und Büdelsdorf planerisch erst schrittweise auf sechs Spuren erweitert werden kann. Aber, so Buchholz: „Technisch ist das aber möglich, erfordert allerdings zusätzliche Erhebungen und Untersuchungen für das Planfeststellungsverfahren – insbesondere im Umweltbereich. Diese werden von der Deges kurzfristig beauftragt.“

Auch Wirtschaftsvertreter und die Opposition fordern nun die große Lösung für den Norden. SPD-Verkehrsexperte Kai Vogel: „In den Sommermonaten hat sich wiederholt gezeigt, dass die A7 nördlich des Bordesholmer Dreiecks regelmäßig überlastet ist und es zu sehr langen Staus kommt. Wir fordern daher, jetzt die A7 nördlich von Bordesholm ebenfalls sechsspurig auszubauen. Bereits jetzt können die Bedarfsspuren hergerichtet werden, damit Schleswig-Holstein als Reiseland für alle attraktiv bleibt.“ Spätestens im kommenden Bundesverkehrswegeplan müsse der Ausbau enthalten sein, damit nicht nur die Rader Hochbrücke im Norden sechsspurig ist.

Die Industrie- und Handelskammer Flensburg erklärt, mit dem sechsspurigen Brückenausbau sei nun eine wichtige Voraussetzung geschaffen, die A7 perspektivisch auch nördlich des Bordesholmer Dreiecks sechsspurig auszubauen.

Allein: Im Bundesverkehrsministerium sieht man die neuen Forderungen aus Schleswig-Holstein skeptisch. Die jüngsten Verkehrszahlen für die A7 nördlich von Bordesholm liegen weit unter den 60.000 Autos am Tag, die für einen sechsspurigen Ausbau nötig wären. „Für die neuen Wünsche reicht das Verkehrsaufkommen nicht“, erklärt Bundesverkehrs-Staatssekretär Enak Ferlemann zu den Forderungen von CDU, FDP und SPD aus dem Norden.
 

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