ZDF-Politbarometer : Schwarz-Gelb laut Umfrage bei 46 Prozent

Wolfgang Kubicki frohlockt über das "beste Ergebnis in der Landesgeschichte" seiner Partei - doch eine Mehrheit für Schwarz-Gelb gibt es nicht.

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19. September 2009, 05:29 Uhr

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein müssen CDU und FDP zunehmend um eine gemeinsame Mehrheit bangen. Laut Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer vom Freitag erhielte die CDU 32 Prozent, würde an diesem Sonntag gewählt. Ihr Wunschkoalitionspartner FDP liegt bei 14 Prozent. Der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki lobte das als "die beste Ausgangsposition für die Liberalen in der Geschichte des Landes". Das linke Lager mit SPD, Grünen und Linken käme gemeinsam mit dem SSW auf 50 Prozent.
Damit hätte Schwarz-Gelb die prozentuale Mehrheit verfehlt. Ob es trotzdem für eine Mandatsmehrheit reichen könnte, hat das ZDF-Politbarometer nicht berechnet. Das würde eine Genauigkeit vortäuschen, die die Umfrageergebnisse nicht zuließen, hieß es. Nach der jüngsten ARD-Umfrage dagegen erhielte das bürgerliche Lager eine hauchdünne Mehrheit an Mandaten, obwohl die CDU 33 Prozent erreichten würde und die FDP 14.
Sozialdemokraten mit bestem Ergebnis seit Monaten
Laut ZDF-Politbarometer kämen die Sozialdemokraten auf 27 Prozent der Stimmen. Damit erzielten sie ihr bestes Umfrageergebnis seit Monaten. Die Grünen lagen der Umfrage zufolge bei 12, die Linke bei 7 und der SSW bei 4 Prozent. Allerdings sei ein großer Teil der Wähler noch unentschieden, betonten die Mannheimer Meinungsforscher. Nur 58 Prozent gaben an, sicher zu sein, welche Partei sie wählen wollen.
Bei einer Direktwahl des Regierungschefs würden 44 Prozent für CDU-Amtsinhaber Peter Harry Carstensen stimmen, 28 Prozent für den SPD-Spitzenkandidaten Ralf Stegner. In der ARD-Umfrage stand Carstensen (42 Prozent) schlechter da und Stegner besser (33).
In den aktuellen Umfragen haben die großen Parteien im Vergleich zum Wahlergebnis 2005 deutlich verloren: Damals holte die CDU 40,2 Prozent und 30 Mandate, die SPD 38,7 Prozent und 29 Sitze im Landtag. Die kleinen Parteien sind dagegen im Aufwind. 2005 bekam die FDP mit 6,6 Prozent nur 4 Mandate, ebenso wie die Grünen mit 6,2 Prozent. Der SSW erhielt mit 3,6 Prozent 2 Sitze. Die Linke verfehlte damals den Sprung in den Landtag noch klar. Für die aktuelle Umfrage hat die Forschungsgruppe Wahlen von Montag bis Donnerstag 1000 Wahlberechtigte befragt (Fehlerquote zwei bis drei Prozentpunkte.)

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