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Leistungsvergleich von Neuntklässlern : Schüler in SH rechnen besser als in Hamburg

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Die Schüler aus dem nördlichsten Bundesland schneiden bei einem neuen Leistungsvergleich der Bundesländer mittelmäßig ab. In Mathematik und Naturwissenschaften liegen sie im Bundesdurchschnitt. Im Tabellenkeller landeten die Nachbarn aus Hamburg.

shz.de von
erstellt am 11.10.2013 | 12:15 Uhr

Kiel | Die Schüler in Schleswig-Holstein und Hamburg können in Mathematik und Naturwissenschaften nicht mit den Mädchen und Jungen in den Ostländern mithalten. Dies ergab ein neuer Leistungsvergleich, dessen Ergebnisse die Kultusministerkonferenz am Freitag vorstellte. Demnach landete Schleswig-Holstein nach den Tests mit über 44.000 Schülern aus neunten Klassen aller Schulformen im Mittelfeld und Hamburg im Tabellenkeller.

Im Einzelnen ergab der Vergleich für das nördlichste Bundesland, dass die Mädchen und Jungen in Biologie (505 Punkte), Physik (504) und Mathematik (502) über dem Bundesdurchschnitt von 500 Punkten lagen. In Chemie verfehlten sie mit 499 Punkten den Mittelwert ganz knapp. Hamburgs Schüler schnitten im Ländervergleich überwiegend als Drittletzte ab. In Biologie (487 Punkte), Physik (482), Mathematik (489) und in Chemie (484) lagen sie jeweils deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 500 Punkten.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) erklärte, bei der Analyse der wenig überraschenden Ergebnisse dürfe es keine Schnellschüsse geben. „Zudem muss berücksichtigt werden, dass Hamburg mit 43,2 Prozent mit Abstand den höchsten Anteil an Schülerinnen und Schülern mit einem Zuwanderungshintergrund hat“, sagte Rabe. Der in der Spitzengruppe beispielsweise in Thüringen, Brandenburg und Sachsen betrage nicht einmal zehn Prozent. Schritte zur Verbesserung der Situation - kleinere Klassen, mehr Lehrkräfte, Ganztagsangebote - seien bereits eingeleitet worden.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) sagte zum starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg, ihr Bundesland steuere dagegen. So würden Lehrer in Aus- und Fortbildung immer fitter gemacht, damit sie Bedarf für individuelle Förderung besser erkennen und entsprechend handeln.

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Heike Franzen, forderte in Kiel: „Wir müssen jetzt mit Nachdruck daran arbeiten, wie die Wissensvermittlung noch besser werden kann.“ Die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer „sind schließlich ein wichtiges Rüstzeug für das spätere Leben unserer Kinder“.

Alle Ostländer übertrafen durchweg das Bundesmittel. Der klare Spitzenreiter Sachsen kam mehrfach auf über 540 Punkte. Ein Unterschied von 25 bis 30 Punkten entspricht etwa dem Lernfortschritt eines Schuljahres. So liegen zwischen Sachsen und dem jeweiligen Schlusslicht - meistens Bremen - rund zwei Schuljahre.

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