Lob aus Berlin : Schleswig-Holstein macht Tempo beim Kita-Ausbau

Ab Mitte 2013 erhalten Eltern in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für ihre unter dreijährigen Kinder. Foto: dpa
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Ab Mitte 2013 erhalten Eltern in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für ihre unter dreijährigen Kinder. Foto: dpa

Schleswig-Holstein hat sein Angebot für die Betreuung der unter Dreijährigen verbessert. Die geforderte Betreuungsquote könnte bis 2013 erfüllt sein.

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20. Mai 2011, 08:18 Uhr

KIEL/BERLIN | Das Land Schleswig-Holstein legt beim Ausbau der Kindergärten ein hohes Tempo vor. Das geht aus einer neuen Untersuchung des Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstituts Köln (Fifo) hervor, die Familienministerin Kristina Schröder (CDU) am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. Demnach hat das nördlichste Bundesland sein Angebot an Krippenplätzen für Unter-Dreijährige zwischen 2008 und 2010 um 54 Prozent gesteigert - nur Niedersachsen war mit 69 Prozent noch besser.
Schleswig-Holstein gehört damit zu den Ländern, die die die bundesweit angepeilte Betreuungsquote von 35 Prozent bis 2013 "bei gleicher oder sogar leicht verminderter Geschwindigkeit bis 2013 erreichen werden", prognostizieren die von Schröder beauftragten Fifo-Experten. Derzeit reichen die 12.500 Plätze im Land für gut 18 Prozent der Unter-Dreijährigen. Bildungsminister Ekkehard Klug (FDP) freute sich: "Damit liegen wir erstmals über dem Schnitt der westlichen Bundesländer." Der beträgt zur Zeit 17 Prozent. Um allerdings das 35-Prozent-Ziel zu erreichen, fehlen Klug noch rund 9000 Plätze. Ab Mitte 2013 erhalten Eltern in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für ihre unter dreijährigen Kinder.
Ostdeutschland weit vorn
Als 2008 das Kita-Ausbauprogramm von Bund und Ländern startete, lag Schleswig-Holstein noch weit hinten. Es gab nur Plätze für jedes neunte Kleinkind. Lediglich Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen waren noch etwas schlechter - dort konnte nur jedes elfte Kind versorgt werden. Im westdeutschen Durchschnitt gab es damals Plätze für jedes achte. In Ostdeutschland ist die geplante 35-Prozent-Quote dagegen schon immer übererfüllt gewesen.
Das Ausbauprogramm zur Steigerung der Betreuungsquote wird zu einem Drittel vom Bund und zu zwei Dritteln von Ländern und Kommunen getragen. Bisher haben die Länder allerdings fast ausschließlich die bereitstehenden Bundesmittel genutzt. Am Mittwoch forderte Ministerin Schröder daher mehr Engagement von den Ministerpräsidenten: "Jetzt sind sie selbst in der Pflicht. Denn wir können es uns nicht leisten, bei der Kinderbetreuung zu sparen."
35-Prozent-Quote bis 2013 gesichert
In Schleswig-Holstein sehen die Fifo-Forscher die Erfüllung der 35-Prozent-Quote bis 2013 als gesichert an: "Der nach Abzug der Bundesmittel verbleibende investive Finanzbedarf in Höhe von rund 60 Millionen Euro wird komplett durch Landesmittel abgedeckt", schreiben sie in ihrer Studie.
Laut einer Elternbefragung des Deutschen Jugendinstituts wünschen sich 39 Prozent der Eltern von Kindern im Alter bis zu drei Jahren derzeit ein Betreuungsangebot. Bisher werden rund 23 Prozent der Kinder in dieser Altersgruppe in Kindertageseinrichtungen oder in der Tagespflege betreut.
(bg, shz)

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