Immer mehr Kleine Waffenscheine : Schleswig-Holstein fordert Änderung am Waffenrecht

Schreckschuss-, Gas- und Signalpistolen haben Hochkonjunktur: Immer mehr Bürger beantragen den kleinen Waffenschein.
Schreckschuss-, Gas- und Signalpistolen haben Hochkonjunktur: Immer mehr Bürger beantragen den kleinen Waffenschein.

Die Landesregierung setzt auf eine bundesweite Regelung. Man müsse genau wissen, wer den kleinen Waffenschein beantragt.

shz.de von
10. Januar 2018, 12:27 Uhr

Kiel | Wegen des deutlichen Anstiegs der Zahl sogenannter kleiner Waffenscheine hat Schleswig-Holstein eine Änderung des Waffenrechts gefordert. „Ich wäre schon froh, wenn man diesen kleinen Waffenschein nicht einfach übers Internet online beantragen könnte, sondern dass es eine Zuverlässigkeitsprüfung gibt“, sagte Innenstaatssekretär Torsten Geerdts (CDU) am Mittwoch. Die Landesregierung setze auf eine bundesweite Regelung. Zuvor hatte das NDR „Schleswig-Holstein Magazin“ über die Forderung berichtet.

Nach Angaben des Innenministeriums hat sich die Zahl der kleinen Waffenscheine seit Ende 2015 von 9928 auf 20.495 Ende vergangenen Jahres mehr als verdoppelt. „Das macht uns große Sorgen, weil wir nicht mehr genau wissen, wer den kleinen Waffenschein beantragt“, sagte Geerdts. Weil es in anderen Bundesländern eine ähnliche Entwicklung gebe, „macht es keinen Sinn, wenn Schleswig-Holstein vorprescht und in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen gibt es noch lockerere Lösungen“. Im vergangenen Jahr wurden im Norden 4443 solcher Scheine erteilt.

Wer eine Erlaubnis hat, darf Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen verdeckt führen – und im Notfall damit schießen. In der Silvesternacht hatte die Polizei in Wahlstedt (Kreis Segeberg) auf den Träger einer solchen Waffe geschossen, nachdem der Mann auf die Beamten gefeuert hatte. „Es ist auch für unsere Einsatzkräfte bei der Polizei schwierig, wenn sie auf Personen mit solchen Waffen treffen“, sagte Geerdts.

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