CDU liegt vorn : Saarland-Wahl: So reagieren Politiker aus SH

Daniel Günther sagt, die Schulz-Blase sei geplatzt. Ralf Stegner bleibt dennoch optimistisch.

shz.de von
26. März 2017, 19:05 Uhr

Klarer Sieg für die CDU, kräftiger Dämpfer für die SPD und ihren Kanzlerkandidaten Martin Schulz: Zum Auftakt des wichtigen Wahljahrs 2017 haben die Christdemokraten bei der Landtagswahl im Saarland stark zugelegt und ihre Machtposition verteidigt. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF reicht es für SPD und Linkspartei nicht zum erhofften rot-roten Machtwechsel - trotz der SPD-Aufholjagd in den Umfragen seit Schulz' Antritt. Damit kann Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer an der Saar weiter mit dem Juniorpartner SPD regieren. Die Linkspartei bleibt mit ihrem Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine demnach drittstärkste Kraft. Die AfD zieht erstmals ins Parlament ein, gewinnt aber weniger Stimmen als bei vorangegangenen Landtagswahlen. Grüne und FDP sind gescheitert.

Schleswig-Holstein blickt gespannt nach Süden, denn hier im Land findet die nächste Landtagswahl statt. Die Saarland-Wahl gilt als Stimmungstest.

Die Reaktionen aus dem Norden:

Daniel Günther (CDU)

Schleswig-Holsteins CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther erhofft sich vom Wahlergebnis seiner Partei im Saarland Rückenwind für die Landtagswahl im Norden am 7. Mai. „Die Schulz-Blase platzt beim ersten Praxistest“, sagte der Fraktionschef am Sonntag mit Blick auf SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Es lohne sich zu kämpfen und mit landespolitischen Themen zu punkten.

 

Ralf Stegner (SPD)

SPD-Bundesvize Ralf Stegner hat sich leicht enttäuscht über das Ergebnis der Saarland-Wahl gezeigt. „Wir haben an der Saar zwar auch aufgeholt, sind mit dem Ergebnis aber nicht zufrieden“, sagte Stegner am Sonntag. „Leider ist es als Junior-Partner in einer Großen Koalition oft schwierig, sich vom Koalitionspartner deutlich abzuheben – gerade gegen des Bonus des Amtsinhabers.“ Für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein zeigte sich der Landtags-Fraktionschef „sehr optimistisch“, ein sehr gutes Ergebnis zu erreichen. „Auch wenn Wahlen im nördlichsten Bundesland immer knapp sind, können wir uns dem politischen Wettstreit selbstbewusst stellen.“

 

Monika Heinold (Grüne)

Schleswig-Holsteins Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold sieht in den Ergebnissen der Saarland-Wahl keinen Fingerzeig für Schleswig-Holstein. „Östlich der Saar ist nicht nördlich der Elbe. Im Norden weht ein anderer Wind“, sagte Heinold am Sonntagabend. Hochrechnungen zufolge drohten die Grünen im Saarland an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern.

Wolfgang Kubicki und Heiner Garg (FDP)

„Leider haben es die Parteifreunde im Saarland trotz eines mutig und engagiert geführten Wahlkampfes nicht geschafft, das vorher ausgegebene Ziel – der Wiedereinzug in den Landtag – zu erreichen. Wir danken den Wählkämpfern, allen voran dem Spitzenkandidaten Oliver Luksic, für ihre Arbeit in den vergangenen Monaten. Das äußerst schwache Ergebnis der SPD zeigt allerdings auch, dass der sogenannte ‚Schulz-Effekt‘ offensichtlich beendet ist und sich der Absturz der Grünen in den Ländern fortsetzt. Für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein bedeutet dies, dass das Rennen offener ist, als viele vorher gedacht haben.“

Marianne Kolter, Landessprecherin, und Lorenz Gösta Beutin, Landessprecher der Linken

„Wir gratulieren der Linken im Saarland zu ihrem Stimmenergebnis. Viele Saarländerinnen und Saarländer haben sich für die Linke entschieden – und damit ein Zeichen gesetzt, dass sie eine andere Politik wollen. Das ist ein starkes Signal für uns in Schleswig-Holstein. Hier ist es am 7. Mai Zeit für soziale Gerechtigkeit und eine starke Linke.“

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