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Schleswig-Holstein : Ruth Kastner tritt nicht wieder an: Grüne vor Wechsel an der Parteispitze

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Für Kastners Nachfolge stellen sich Benita von Brackel-Schmidt und Ann-Kathrin Tranziska zur Wahl.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 13:35 Uhr

Kiel | Nach dem Schwenk auf ein neues Regierungsbündnis steuern die Grünen in Schleswig-Holstein auch einen Wechsel an ihrer Parteispitze an. Die seit 2012 amtierende Landesvorsitzende Ruth Kastner tritt zur Vorstandswahl am Sonnabend in Neumünster nicht wieder an, wie die 66-Jährige am Donnerstag sagte. Sie habe mit der Partei erfolgreiche Wahlkämpfe geführt, den Landesverband gut aufgestellt und gut das „Jamaika“-Regierungsbündnis verhandelt. „Nun ist es gut.“ Ihre Entscheidung habe keine politischen Gründe. Den von Umweltminister Robert Habeck betriebenen lösungsorientierten Politikstil unterstütze sie hundertprozentig, sagte Kastner.

Der bisherige Co-Vorsitzende Arfst Wagner (63) bewirbt sich erneut und bekommt mit dem Kieler Steffen Regis ernste Konkurrenz. Der 28-Jährige ist persönlicher Referent von Umweltminister Habeck. Insider billigen Regis gute Chancen zu. Für Kastners Nachfolge treten die Flensburger Kreisvorsitzende Benita von Brackel-Schmidt (60) und die Pinneberger Kreisgeschäftsführerin Ann-Kathrin Tranziska (43) an. Beide sind über die Partei hinaus kaum bekannt.

Vor der Vorstandswahl wird Habeck, der im Landtagswahlkampf an der Seite der Spitzenkandidatin und Finanzministerin Monika Heinold das Zugpferd der Grünen war, zum Auftakt des zweitägigen Parteitages die politische Situation analysieren. Dabei wird es nicht nur um „Jamaika“ im Norden gehen, sondern auch um die Ausgangslage der Grünen für den Bund. Dort stehen nach der Wahl vom 24. September ebenfalls die Zeichen auf „Jamaika“, auch wenn die Hürden dorthin weit höher sind als auf Landesebene.

Rund 130 Delegierte der Nord-Grünen werden in Neumünster auch über diverse Fachthemen diskutierten und dazu Beschlüsse fassen. Klima- und Tierschutz spielen dabei ebenso eine Rolle wie Mobilität, die Gleichstellungspolitik und den geplanten Fehmarnbelt-Tunnel. Die Grünen sind gegen das Milliardenprojekt, haben sich mit dem Koalitionsvertrag aber zur Umsetzung bekannt. Ihre Mitgliederzahl im Land ist mittlerweile auf den Rekordstand von mehr als 2500 gestiegen.

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